Webgemeinde lässt Sarkozy auflaufen

Politik und Internet verstehen sich nicht. Diese Erkenntnis ist so alt, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wann ich sie hatte. Bestärkt wird sie in letzter Zeit von regelmäßigen Missbrauchsfällen zahlreicher Politiker. Sie vergreifen sich an Freiheit und Demokratie, als wäre dies das normalste der Welt. So auch in Frankreich. Der dortige Präsident lud zum Web-Gipfel – und schlug dabei hart auf.

“Zivilisiert die Welt, nicht das Netz“

Christian Stöcker bringt es auf SpiegelOnline auf den Punkt: „Das konnte nicht funktionieren.“. Schon allein die von Sarkozy eingangs formulierten Forderungen gerieten zum Affront. Regierungen hätten das Recht, das Internet stärker zu regulieren. Dabei gibt es in Frankreich schon jetzt intensive Eingriffe in die Freiheit jedes Einzelnen. Etwa den Entzug des Internetzugangs, wenn man beim Benutzen von Tauschbörsen erwischt wird.

Mit seinem Vorstoß stieß Frankreichs Präsident auf eine harte Front. So warnte Eric Schmidt, Googles Verwaltungsratschef, die Regierungen dieser Welt, Gesetze zu erlassen, die mit der technischen wie gesellschaftlichen Entwicklung nicht Schritt halten könnten. Entsprechend vage werden die Vorschläge diverser Vertreter der Webwelt sein. Ihnen liegt nichts an Eingriffen staatlicherseits.

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Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

7 Gedanken zu „Webgemeinde lässt Sarkozy auflaufen“

  1. Der Zuckerberg hat den Sarkozy dafür aber auch ordentlich auf die Schippe genommen. Erst kündigte Sarkozy etwas an, dann erzählte Zuckerberg etwas völlig anderes, was Sarkozy sicherlich nicht gefallen hat. Der hat seinen A****tritt dafür schon bekommen!

  2. Ja, davon hab ich auch gelesen, da wird einem der Zuckerberg gleich wieder richtig sympathisch. Wird aber auch Zeit, irgendwie hab ich in letzter Zeit nicht mehr so viel von ihm gehalten, obwohl man ihn ja prinzipiell als Held feiern müsste. Aber das will er alles garnicht. Das macht ihn echt sympathisch. Aber Hauptsache bleibt, das Facebook funzt

  3. Menschenrechte sind doch nicht so wichtig…wer braucht die schon? Wir erzählen den Leuten einfach, dass sie welche hätten und nehmen sie ihnen ganz langsam weg. Ein Frosch springt nur aus dem Wasser wenn es plötzlich heiß wird. Da wird leider auch die Warnung vom Schmidt nicht viel dagegen tun können.

  4. Sehr sehr schön. Wenn es einer verdient hat, dann der Sarkozsky. Dieser über-konserverative und rückständige Machtpolitiker hat sich nicht erst seit seinem Gesetz über die Internet-Sperren zur Witzfigur des Web 2.0 katapultiert. Ich kann jeden friedlichen Aufstand gegen ihn nur befürworten!

  5. Über alle Differenzen hinaus, aber im Web ist man doch noch immer vereint. Wrklich schön z sehen, besonders da mir die Sarkoszy Gestalt und seine mitte-rechts Einstellung überhaupt nicht sympathisch ist.

  6. Die Politik hält leider nur selten mit den Entwicklungen im Web mit – oder versteht gar die Kultur und die Realitäten, die im Netz herrschen. Das sieht man an diesem Beispiel wieder einmal deutlich.

  7. Aus meiner Sicht waren das von Sarkozy nur leere Drohungen, so wie von allen Politikern. Sie wissen, dass sie auf einem verminten Feld laufen und wenn sie ein antiquiertes Gesetz erlassen, kommt es zu Volkes Aufstand. Wenn ich mich recht entsinne, hat der werte Herr Sarkozy Wahlen bevorstehen. Also mal wieder viel heiße Luft um nichts.

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