Was ist Macht? – Von der Ohnmacht der Mächtigen

Es gibt Tage an denen man sich einfach machtlos fühlt: Man kommt zu spät auf Arbeit, da die Bahn unpünktlich kam und fühlte sich das erste Mal machtlos. Man verliert einen Auftrag, obwohl man große Zugeständnisse an den Kunden machte (Preis, Service, Zahlungsbedingungen usw.) und fühlt sich machtlos. Man erledigt seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen und trotzdem reicht es dem Vorgesetzten nicht (weil auch er einer höheren Macht ausgesetzt ist?!) und fühlt sich machtlos.

Man sitzt im Wartezimmer seines Hausarztes (mit Termin) und sieht wie andere, die später kamen, trotzdem eher dran kommen (das sind doch nicht etwa Privatpatienten?) und bekommt von einer (übrigens ebenso machtlosen) Arzthelferin mitgeteilt, dass Termine nie verbindlich, sondern eher als Richtlinie zu verstehen sind. Und wieder fühlt man sich machtlos.

Man sieht fern oder konsumiert ein anderes (mächtiges) Medium und wird informiert, dass Finanzjongleure Milliarden verzockt haben, und dass die Staaten der Welt dieses Loch weitestgehend durch öffentliche Mittel decken, um die öffentliche Ordnung (und ihre Macht?) aufrecht zu erhalten. Jetzt fühlt man sich erst recht machtlos. Denn schließlich muss der Staat sich dieses Geld irgendwo anders her holen; nämlich vom vermeintlich weniger Mächtigen, vom Volk.

Macht ist mehr als nur politische Macht, Macht ist mehr als nur Geld

Nicht vergessen sollte man die Redewendung “Wissen ist Macht” und sie besitzt in heutigen Zeiten mehr Wert als jemals zuvor. Wir leben in einer Wissensgesellschaft, in der der Austausch von Informationen binnen kürzester Zeit möglich ist, aber auch in einer Zeit, in der eine ordentliche Ausbildung heute mehr denn je den Aufstieg in neue Gefilde der Macht bedeuten kann.

Macht ist auch ein evolutionärer Begriff, das Recht des Stärkeren, was im Laufe der Jahrtausende eine immer wieder neue Bedeutung erlangte, ist nach wie vor omnipräsent.
Leider fühlt sich natürlich der weniger Wohlhabende (und weniger Wissende) machtlos und neigt gelegentlich dazu, seine Macht so darzustellen, wie es in früheren Epochen der Evolution üblich war; mit roher Gewalt.

Als ich meine Lebensgefährtin fragte, was sie denkt, was Macht für mich ist, sagte sie nur “Alles! Zumindest in unserer Beziehung.” Ja, auch hier tobt eine Art Machtkampf: In unseren Ehen bzw. dem ähnlichen Partnerschaften. Jeder hat eine Position und die möchte er durchsetzen. So sind in nachpatriarchalischen Zeiten sinkende Unterordnungsbereitschaft bzw. das Wegfallen des klassischen Rollenbewusstseins und der Mangel an dem, was diese Faktoren ersetzen müßte – nämlich Kompromißbereitschaft – die wichtigsten Gründe für kurzlebigere Beziehungen bzw. Millionen von Singlehaushalten.

Macht ist nur eine Illusion der Herrschaft

Doch eines muss immer wieder ins Bewusstsein gerückt werden: Macht ist nicht unendlich. Das haben im Laufe der Menschheitsgeschichte große Imperien, religiöse Tendenzen und andere Dynastien zu spüren bekommen. Man kann nur so lange Macht ausüben, so lange sich die “Beherrschten” das gefallen lassen. Und das ist für alle aufgezeigten Bereiche gültig.

Ein Gedanke zu „Was ist Macht? – Von der Ohnmacht der Mächtigen“

  1. Es gibt so viele Dinge, die nicht in unserer Macht stehen. Man kann sich informieren, Wissen aneignen, planen, aber man wird damit nie alle Eventualitäten abdecken können! Letzten Endes trifft der Zufall viele Entscheidungen für uns! Was die Machtgefüge untereinander betrifft: Einige Menschen haben einen klaren Hang zur Dominanz, andere zur Unterwerfung, und das ist auch gut so. Wenn alle nur das Regiment führen wollten, käme es zu keiner Entscheidung! Wichtig ist, dass Mächtige ihre Macht nicht missbrauchen und die Untergebenen sich wehren, wenn es sein muss. Diese Balance zu finden und zu halten ist das Schwierigste an der Ausübung von Macht!

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