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Twitter ist Kommunikation und keine Werbe-Plattform

in actio am 1. März 2010

Twitter

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Jeder, der auf Twitter aktiv unterwegs ist, kennt es – auch ich: Viele meiner Follower schleudern ihre Tweets automatisch in ihre Accounts. Die Vorteile solchen Twitterns liegen natürlich auf der Hand: Man muss nichts tun, der eigene Twitter-Feed weißt stets Aktivität auf. Doch es gibt einen großen Nachteil: Echte Follower bleiben aus.

Spammer folgen Spammern

Automatische Twitterer stehen vor einem großen Image-Problem: Sie werden sehr schnell als Spammer wahr genommen. Ihre Tweets bieten im Grunde keinen Mehrwert, verweisen stets auf eine externe Seite und echte Twitterer gewinnen den Eindruck, dass ihre eigenen Tweets vom “Spammer” nicht gelesen werden. Warum also sollte man dann solchen Accounts folgen?

Entsprechend werfen echte Twitterer solche automatischen Accounts aus ihrer Following-Liste oder blocken sie kurzer Hand (was im Übrigen dem Blockierten nicht erkenntlich ist). Lediglich solche Twitterer, die selbst nur automatisch twittern, bleiben erhalten – und sind entsprechend wertlos.

Als Beispiel möchte ich hier die regionalen Accounts @JenaTV und @Jenapolis aufführen. Sie schleudern pro Tag zig Meldungen in ihren Feed. Würde ich ihnen weiterhin folgen, sähe ich bald nur noch deren Tweets – die mehr oder weniger uninteressant sind. Wenn ich Nachrichten lesen möchte, gehe ich auf Nachrichten-Portale. Entsprechend folge ich beiden Accounts nicht (mehr).

Marketing mit Twitter heißt Kommunikation

Der Gedanke hinter den automatischen Tweets liegt in einem alten Missverständnis begründet: Twitter wurde und wird häufig als Besucher-Generator angesehen. Keine Ahnung, wie sich dieses Gerücht so lange halten kann. Denn die Ausbeute selbst bei großen Accounts ist lachhaft. Wenn es gut läuft, kommen auf 100 Follower ca. fünf Besucher auf den verlinkten Web-Inhalt. Das gilt jedoch nur für Accounts, die manuell getwittert werden. Automatische Feeds dürften sich weit unter 1% Effektivität bewegen.

Wirklich interessant wird es erst, wenn andere (echte) Twitterer die Tweets verbreiten (sogenanntes Re-Tweet). Dann erhöht sich natürlich auch der Besucherstrom entsprechend. Dieses Szenario aber stellt sich nur ein, wenn man zu seinen Followern aktiv Kontakt hält, mit ihnen via Twitter kommuniziert. Das aber erledigen Services wie Twitterfeed nicht – da muss man schon selbst Hand anlegen.


   klammer 2 Ergänzungen angeheftet


Marketing, Traffic, Twitter, Twitterfeed, Ergänzungen

# Geschrieben von Thomas C. Stahl am 2. März 2010:

Kommentare auf Facebook:

Der Datenschutzbeauftragte:
Interessanter Aspekt den Sie da ansprechen. Obwohl ich Twitter selbst nicht nutze (sein Sinn hat sich mir noch nicht erschlossen [anderes Thema]) und ich auch auf Facebook eher wenig unterwegs bin, sind mir diese 100erte von Postings Menschen auch schon derart aufgestoßen, dass der Großteil der belanglose Nachrichten verschickenden Menschen geblockt wird. Anders ists schlicht nicht möglich den Kontakt zu wirklich interessanten Menschen zu halten.

Ich:
Der Sinn von Twitter ergibt sich eben als Kommunikationswerkzeug. So wurden z.B. die Gegenaktionen in Dresden anlässlich des Aufmarschs der Rechtsextremen über Twitter koordiniert.

Tweets sind kurz, schnell und einfach. Das macht den eigentlichen Charme aus. Natürlich könnte man das auch auf eigenem Server z.B. mit einem angepassten Wordpress realisieren. Doch gilt auch für Facebook und andere zentrale Dienste.

# Geschrieben von Kommunikationstweeter am 4. März 2010:

Automatische Beiträge sind nicht gleich Spam oder Werbebeiträge – es gibt durchaus sinnvolle automatische Beiträge, beispielsweise zu astronomischen oder spezifischen medizinischen Themen. Die Automatik übernimmt lediglich das Suchen, das schmälert aber nicht die Qualität des Beitrags, vorausgesetzt, man nutzt die Automatik richtig.

Automatische Tweets sind – wenn sinnvoll genutzt – Kommunikation, die auch gewünscht und genutzt wird. Meine Statistiken sprechen eine sehr klare Sprache.

Herzliche Grüße

Kommunikationsliebhaber

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