Thomas de Maizières Scheinheiligkeit hoch Zehn

Thomas de Maizières (Foto: Wikipedia)

Wer hätte das gedacht: Unser Innenminister und ehemaliger Kanzleramtschef sorgt sich um die digitale Sicherheit seiner Bürger. Welch eine Überraschung.

Gelangweilte Geheimdienste

Thomas de Maizières (Foto: Wikipedia)
Thomas de Maizières (Foto: Wikipedia)
Dabei sind es doch gerade jene Geheimdienste, die er kontrollieren sollte, die mit ihrer Datensammelwut beinahe das gesamte Internet überwachen. Auf den ersten Blick wirken Thomas de Maizières Forderungen entsprechend unlogisch. Doch sind sie das wirklich? Versteckt sich hinter dem Offenbaren nicht vielleicht doch eine tiefere Wahrheit?

Und tatsächlich ist es wohl etwas ganz anderes, das den Innenminister nun auf den Plan rief: Seine Geheimdienste langweilen sich. BND, Verfassungsschutz und Co. beschäftigen tausende IT-Spezialisten, Hacker und Agenten. Und wozu? Damit diese vor unverschlossenen digitalen Türen stehen und einfach im Vorbeigehen die gewünschten Daten abgreifen können. Das ist für einen hoch ausgebildeten Spezialisten natürlich auf Dauer demotivierend mangels Anspruch. Jede Hausfrau könnte mit entsprechenden Werkzeugen – die man kostenlos im Internet downloaden kann – gleiches Vollbringen.

Also wendet sich der oberste Chef der Geheimdienste an die Öffentlichkeit, um wieder etwas Abwechslung für seine Spitzel einzufordern. Die Internet Nutzer sollten doch bitte ihre E-Mails und sonstigen Internetverkehr verschlüsseln. Damit die Millionen Euro teure Entschlüsselungssoftware auf ebenso teuren Supercomputern endlich mal zum Einsatz kommen kann. Nicht, dass irgendwann noch der Bundesrechnungshof auf den Gedanken kommt, die Kosten für den BND als zu hoch und nutzlos einzustufen.

Jedoch schränkt er all zu große Hoffnungen der Bürger auf Unversehrtheit vorsorglich ein: “Hier ist ein Umdenken erforderlich. Eine absolute IT-Sicherheit gibt es nicht, deshalb soll das auch niemand versprechen.”. Soll heißen: Ihr könnt eure Daten schützen, wir kommen aber trotzdem ran … Ätsch.

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