Nachgedacht am 13. Juli 2006
Die Nachrichten liefen gerade und berichteten von den Reden unserer Politiker zum politischen Aschermittwoch. Unter anderem auch über jene Stoibers.
Zwischen seinen ähhs und ähähhs vernahm man zum Thema Ausländer etwas ähnliches wie: “Wer kein Deutsch kann, muß gehen”. Daraufhin sagte trocken und völlig ernst meine Freundin: “Der Stoiber will wohl auswandern?”.
Zwischen mein Lachen gesellten sich auch so manch ernste Gedanken. Denn mit diesem typisch stoiberschen Spruch zeigte der Bayerische Ministerpräsident uns wiedereinmal die Unzulänglichkeiten der deutschen Politiker: Sie richten an das Volk meist nur einstudierte Phrasen – bar jeden intellektuellen Anspruchs. Unfähig, Realität, Bedürftnisse des Bürgers und Vernunft unter einen Hut zu bringen, palavern sie vor sich hin und an uns vorbei.
Dabei ist eine reflektive, also komplexe und umfassende, Beschäftigung mit den Problemen einer Gesellschaft unabdingbare Vorraussetzung für die demokratische Republik.
Vor diesem Hintergrund mag es kaum verwundern, daß Politiker wie Stoiber lieber vor den Unsäglichkeiten der heutigen Zeit und Zustände fliehen möchten. Sollen sie nur. Damit machen sie platz für bessere Volksvertreter – sofern es diese überhaupt gibt.
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