Social-Media-Interview mit Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister-Kandidat in Jena

thomas nitzsche

Dr. Thomas Nitzsche ist 36 Jahre alt, studierte Politikwissenschaft (HF) in Jena und tritt als Kandidat der FDP zu den Oberbürgermeisterwahlen in Jena an. Grund genug, ihm ein paar Fragen bezüglich Social Media zu stellen. Gerade im recht bürgernahen Wahlkampf auf lokaler Ebene sind die neuen Medien vielerorts noch kein weit verbreitetes Mittel, Bürger von der eigenen Person zu überzeugen. Doch mit gemeinsam mit Thomas Nitzsche rutscht nun langsam aber sicher eine Generation in den aktiven Politikbetrieb, die das Internet fast von Geburt an kennt. Auch jenseits der Piratenpartei.

Welche Bedeutung haben für dich Soziale Medien?

Wichtige Ergänzung zur Offline-Welt: Kommunikation, Netzwerken, Kontakt(daten)pflege. Aber ein heavy user bin ich nicht, schon aus Zeitgründen.

Nutzt du Soziale Medien für deinen Wahlkampf?

Ja freilich. Der Amtsinhaber (Anm. d. Red: Albrecht Schröter) hat systematisch Heimvorteil bei den Printmedien, denn er kann in Ausübung des Amtes Wahlkampf machen. Da stütze ich mich als Kandidat gern auf die sozialen Medien als zusätzlichen Kommunikationskanal – erst recht, wenn der Amtsinhaber dieses Feld brach liegen lässt.

Sollte das Internet verstärkt in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden?

Sehr gern, aber bei der Umsetzung genau hinschauen! Wenn’s Verbindlichkeit haben soll, muss es repräsentativ sein; ist aber schwierig, denn nicht jeder ist online. Und die eigentliche Crux ist, wie bei jeder Form der direkten Demokratie, der Umgang der gewählten Volksvertreter mit den Ergebnissen – das fängt schon bei der Fragestellung an. Kurzum: Meine Sorge bei der Online-Demokratie liegt nicht im technischen Bereich, sondern in der Einbindung in die Entscheidungsstrukturen. Klappt das sauber, super!

Wie gehst du mit dem Thema Datenschutz in Sozialen Netzwerken um?

Da ich die technische Seite solcher Netzwerke nur ganz rudimentär beherrsche, ist mein Grundsatz ganz einfach: Privates bleibt draußen.

Danke für das Interview.

Wer mehr über Thomas Nitzsche erfahren möchte, kann einfach mal auf seinem Blog mehr-mut-fuer-jena.de vorbeischauen. Außerdem bloggt er ab und zu auch auf Jenapolis.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

Ein Gedanke zu „Social-Media-Interview mit Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister-Kandidat in Jena“

  1. Es freut mich immer wieder zu lesen, dass sich Politiker mit den neuen Medien auseinandersetzen. Inzwischen ist es dies ja ein Parteiübergreifendes Phänomen, dem sich kaum noch ein Politiker entzieht. Brennend würde mich aber interessieren – wie hier kurz angerissen – was die Entscheidungsträger vom Ausbau der direkten Demokratie mit mitteln der modernen Kommunikation halten. Sicher können dadurch Gefahren entstehen, aber lässt sich auf Dauer eine stärkere Mitssprache des Einzelnen durch Mittel der direkten Demokratie überhaupt auffhalten?

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