Social Media Interview: “Ich hasse Facebook und Co.”

In Folge der Ereignisse um den Datenschutz bei Facebook stellte ich die Problematik auch in ein von mir betreutes Forum zur Diskussion. Ausgangspunkt war mein offener Brief an alle Facebook-Nutzer und die Meldung, dass das soziale Netzwerk seine User auch im freien Web überwacht.

Herausgekommen ist eine recht differenzierte Sichtweise der dortigen Community. Die Frage lautete, ob die Fories zum einen Facebook überhaupt nutzen und zum anderen, was sie von der ganzen Datenschutz-Problematik halten.

Social Media Nutzer sagen ihre Meinung

Buddy: Ich nutze Facebook. Um die Dinge weiß ich und ich veröffentliche da nichts, was brisant sein könnte. Man findet da nur Bilder von meinen Hunden und Leuten, die selber bei Facebook sind und damit einverstanden sind. Meinen Arbeitgeber habe ich angegeben, aber dieser ist bei Facebook auch vertreten mit einer Seite. Man weiß ja, dass die einiges speichern und kann darauf ja entsprechend reagieren.

Miriamtoby: Ich bin auch in Facebook, das, weil wir dort, d.h. auch ehemalige Schulfreunde von Stayfriends, ab und zu kostenlos kommunizieren können. Auch ich habe die Einstellungen so gemacht (erst kürzlich erneuert), dass nur Facebook-Leute meine persönlichen Daten einsehen können und ansonsten gibt es auch nur Cockerfotos.
Leider habe ich nicht einmal über Facebook meinen verschollenen Bruder wieder gefunden (Tsunami Indonesien), aber viele seiner Freunde haben mich als Schwester gefunden! Dafür bin ich dankbar!

Vera: Ich hasse Facebook und Co. und würde mich dort niemals anmelden – genau aus diesen Gründen! Nur mal ein Beispiel: Ein Forie hier aus dem Forum hat meine Email-Adresse bei Facebook gespeichert und mir irgendwann – aus Versehen – eine Info geschickt. Nun bekomme ich regelmäßig von Facebook Aufforderungen, dies oder jenes zu tun, auf die Seite zu gehen, mich anzumelden, für mich gespeicherte Nachrichten zu lesen, Freunde zu werben. Ich finde es zum Kot*** – anders kann ich es nicht ausdrücken. Irgendwann weiß Facebook, bei welchem Hersteller ich meine Unterwäsche kaufe und jeder kann es nachlesen….
Ganz nebenbei: Sehr nette Kontakte pflege ich lieber persönlich als anonym im Web. Da wir relativ wenig Freizeit haben, reichen uns die persönlichen Kontakte auf jeden Fall aus.

Tonda: Ich würde es nicht so direkt ausdrücken, aber auch ich hab ähnliche Gedanken, wenn es um Facebook geht. Mich haben inzwischen viele Menschen darum gebeten, mich bei Facebook anzumelden und daraus sogar fast einen Streit gemacht, weil ich vehement abgelehnt habe. Wenn ich will, dass von mir etwas im Internet veröffentlicht wird, kann ich dies nach wie vor auf meiner Homepage tun. Dort habe ich wenigstens die Kontrolle, was genau die Runde macht und was nicht.

Samson: Dem kann ich mich nur anschließen. Ich werde auch oft gefragt, ob und warum ich nicht bei Facebook angemeldet bin…..aber ich weiß schon warum.

Moni & Ayla: Viele Bekannte sagen auch immer wieder, los melde dich da mal an. Neeee, niemals. Mit diesen Dingern will ich auch nichts zu tun haben. So nen Sch**** brauch ich nicht. Und wie Vera schon sagt: Man soll sich da anmelden, dort registrieren… Ich schreibe doch nicht jeden Tag, was ich heute koch, wann ich zur Arbeit geh usw. Nein, alles muss man nicht mitmachen.

Karin: Ich habe mich nach langem Zögern mal bei Facebook angemeldet, habe mich dort aber nie mehr eingeloggt. Man kann mit Informationen im Internet nicht vorsichtig genug sein!

Bri: Ich gehöre auch zu den Facebook-Verweigerern. Es wird sowieso schon genug Schindluder mit unseren Daten getrieben.

Gisela: Ich bin auch nicht bei Facebook angemeldet und werde es auch niemals sein.

Indiansummer: Habe mein Konto bereits deaktiviert. Danke für den Hinweis! Kann man es auch komplett löschen?

Miriamtoby: Der Server hat deine Daten halt trotzdem. Ich glaube jedoch nicht, dass unauffällige Personen da was zu befürchten haben…
Ich aber schon erstaunt, welche Abneigung es gegen Facebook gibt. Das verstehe ich nicht so ganz! Gut, ich drücke nur noch selten den LIKE-Button; also nur bei Sachen, die mir wichtig sind und nicht z.B. bei Unterwäsche (siehe Veras Aussage). Einfach, weil ich es kindisch finde, hinterher an der Wall zu lesen “Miriam likes …” Vielleicht habe ich noch nie Spam bekommen, weil ich im englischsprachigen Facebook bin? (früher gab´s ja noch kein spanisches)
Apropos Spanisch, vielleicht bin ich [in Sachen Datenschutz] nicht so empfindlich, weil ich 20 Jahre aus Deutschland weg war?
Vor paar Wochen musste ich schon schmunzeln, als man mich bei der Neubeantragung eines deutschen Personalausweises erstmal fragte, ob ich den Abdruck meines Zeigefingers auf dem Ausweis haben möchte. Klar doch, ist für mich total normal! In Spanien wirst du eh nicht gefragt! Es ist wohl ein bisschen mentalitätsbedingt, das fällt mir hier “back in Germany” schon auf. Jeder für sich!

Sabine: Von Anfang an war mir die Plattform unsympathisch. Liegt aber auch daran, dass ich ein bisschen Einblick in dieses Medium hatte und auch mit offenen Augen durch die Welt gehe.
Die erste Warnung kam, als Privatfotos plötzlich in der Werbung auftauchten. Sei es von lebenden Personen oder von Hunden (als Buchillustrationen). Nicht autorisiert!
Die zweite Warnung kam durch meine frühere Tätigkeit als Ausbilderin. Ich wurde in einigen Firmen damit konfrontiert, dass Personalien in Facebook nachgeprüft wurden. Man hatte einen speziellen Status und konnte alles sehen! Wirklich alles! Das geschah nicht nur im Rahmen von Neueinstellungen.
Die dritte Warnung: Bei zwei Konzernen war es tabu, bei Facebook angemeldet zu sein. Am Arbeitsgerät, sei es im Büro oder Homeoffice war die Plattform gesperrt und es wurde auch über Intranet kontrolliert! Privat waren 80% der Mitarbeiter trotzdem drin. Hinter vorgehaltener Hand erfuhr man dann, warum jemand nicht befördert wurde!
Mir reicht es schon, dass ich bei Google mittlerweile durchleuchtet bin bis ultimo. Und das nur durch Suchanfragen. In deren Community bin ich auch nicht drin. In meinen Augen sind die noch krasser als Facebook. Und die Gegenargumentation der Facebook-Nutzer, dass man als kleiner User keine Spysoftware auf seinen Account gelegt bekommt, halte ich für ein Gerücht.

Cindy76: Ich bin bei Facebook und weiß um die Schwierigkeiten; bin sehr vorsichtig. Ich kann aber auch gleichzeitig sehen was meine Tochter dort treibt und ihre Klassenkameraden haben mich alle unbedarft (wie 15jährige nun mal so sind) als Freundin hinzu gefügt. Ihr glaubt gar nicht, wie wichtig es ist, den Kids auch auf diesem Wege zu zu hören. Ich konnte schon viel verhindern oder helfen.
Klar, Facebook ist nicht unser Weg. Aber der der Jugend. Dies im Auge zu behalten, ist extrem wichtig.

Indiansummer: Sicherlich ist Facebook eine Plattform, die gerade für die Kids wichtig ist. Zum Glück ist meine Tochter nicht bei Facebook und dass ich via google bekannt bin wie ein bunter Hund, ist mir klar. In dem Moment, wo ich eine Homepage online stelle, ist meine Privatsphäre für die Tonne – soweit ich das zulasse. Es gibt schon einen Grund, warum wir diese gründlich abgespeckt haben. Über das alles bin ich mir im klaren.
Ich war schon mal bei Facebook, habe mich gelöscht und dann wegen einer ehemaligen Arbeitskollegin, die in Spanien lebt, wieder angemeldet. Aber diese ganzen Freundschaftsanfragen, die zu tausenden da eingehen, ohne dass ich die Leute kenne, die nervten mich zusehends. Daher war die Warnung im Grunde nur der letzte Tropfen.

Fienchen: Also ich gehöre nach wie vor zu den Facebook-Verweigerern.
Warum? Ich brauche es nicht und es ist mir einfach unsympathisch.

Edda & Sadie: Dem kann ich mich nur anschließen. Mir kommt kein Facebook ins Haus!

Mambine: Ich bin auch eine Facebook-Feindin. Habe allerdings auch schon überlegt, ob es für den Job sinnvoll wäre. Doch woher all die Zeit nehmen für diese ganzen Internetdinge?

Wer sind die Interview-Teilnehmer?

Zunächst einmal bedanke ich mich bei allen Teilnehmern dieser Diskussion. :-)

Interessant ist, das es hier keinen klaren Unterschied nach Alter gibt. Von Ende 20 bis über 50 sind alle Generationen vertreten – und es ist keineswegs so, dass die Jüngeren eher zu den Facebook-Befürwortern gehören würden. Mit Social Media haben alle Kontakt – allein in erwähntem Forum, in dem dieses Social Media Interview statt fand. Dem Thema des Forums ist allerdings geschuldet, dass die Mehrzahl Frauen sind.

Ein Link zum Original-Thread wurde auf Wunsch einiger Teilnehmer nicht gesetzt.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

5 Gedanken zu „Social Media Interview: “Ich hasse Facebook und Co.”“

  1. Tja, wenn das repräsentativ wäre … das ist es aber leider nicht. Und so großartig ich es auch finde, dass es immer noch eine Anzahl von Menschen gibt, die sich weigern, dabei mitzumachen, so weiß ich doch auch, dass eine sehr große Menge gibt, die sich absolut keine Gedanken macht, welche Auswirkungen das auf ihre Privatsphäre und eventuell auch später Karriere haben kann.

  2. ich hasse Facebook.
    das aller letzte was es so gibt.
    Und das ganze als sozialer Netzwerk zu bezeichnen, traurig sage ich nur

  3. ich finde es mittlerweile auch zum kotzen mit facebook.
    sogut wie alle sind drin da kommt man sich ja schon fast vor wie ein Außenseiter in der Schule. Na ja ich brauch dieses System nicht und was ich so bis jetzt gesehn habe kann man dort auch nicht neue Leute finden, denn wenn man ein bisschen mehr erfahren möchte muss man ihn gleich als Freund hinzufügen.
    Außerdem find ich den Zuckerberg höchst unsympathisch, wie er immer meint das würde alles zum Wohl der Nutzer gemacht. Dabei macht er Milliardengeschäfte mit den Daten höher als die Lufthansa mit ihren Aktien. Bah ich kann und werde facebook auch in zukunft
    nicht ausstehen und akzeptieren

  4. Re. facebookhasser

    ich hasse facebook von der Benutzeroberfläche sowie mag ich es schon gar nicht wenn man dort mal hinter die Kulisse schaut, die einem dort aufgetischt wird.

    Das müssen wir uns mal bewusst machen was zuckerberg da abzieht ist eine Show um fett Kohle zu machen.

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