Schizophrene Medien-Kritik auf SpiegelOnline

Manchmal muss man als Blogger, der sich dem Stilmittel Ironie verschrieben hat, ebendiese gar nicht mehr bemühen. Besonders SpiegelOnline erledigt das nicht selten ganz allein. Es genügt, einfach einen Spiegel-Artikel herzunehmen und seine Aussagen widerzugeben. Ganz aktuell: Eine Medien-Kritik zur ARD-Sendung “Hart aber fair”.

Die Kunst, sich selbst zu widersprechen

In besagtem Artikel lässt sich der Autor über die doch recht offenen Positionen insbesondere von Christina Schröder (CDU, ehemalige Bundesministerin) und Rainer Wendt (Vorsitzender der Polizeigewerkschaft). Diese thematisierten zum einen die ethnische Herkunft der Gewalttäter von Köln und zum anderen die Probleme in einem (sehr großen) Teil der islamischen Subkultur – nämlich jenes männliche Macho- und Gewaltproblem, dass zu den Ereignisse der Silversternacht führte.
Dabei effauchierte sich der Spiegel-Autor insbesondere über die Aussage, es gäbe in Deutschland ein Klima der Meinungsunterdrückung. Es sei absolut unwahr, dass Politik und Medien bestimmte Meinungen diffamierten oder sogar für unstatthaft erklärten. Eine solche Ansicht sei reine Verschwörungstheorie.

Einmal davon abgesehen, dass insbesondere SpiegelOnline in einer Vielzahl von Artikeln gegen jede Kritik an Migranten respektive Flüchtlingen mit der Nazikeule schwingt, wäre der Widerspruch vermutlich nur wenigen aufgefallen. Dumm nur, dass jene Nazikeule auch in besagtem Medien-Kritik-Artikel geschwungen wird. Der Autor sieht eine “ungeahnte Pegidaisierung der Republik” und bezieht in diese gleich mal Alice Schwarzer und Kristina Schröder mit ein; bekanntlich zählt man Pegida ja in die Nazi-Ecke – teilweise auch zurecht. Zudem sieht er ” Einen riesigen Schwall triumphal-rassistischer Gewaltphantasien gegenüber Flüchtlingen”, den Deutsche “dieser Tage über die sozialen Netzwerke und in die Kommentarspalten der Onlinemedien kübeln”.

Liest man diese Zeilen und setzt sie in einen Zusammenhang zueinander – immerhin stehen sie ja in ein und dem selben Artikel – fragt man sich, ob das ganze eigentlich eine Satire sein soll. Jedem normal denkenden Menschen fällt die Widersprüchlichkeit doch sofort ins Auge. Vielleicht hat der Autor ja auch mit Satzbausteinen aus der “wie hetze ich gegen missliebige Meinungen”-Bibliothek des Spiegels gearbeitet und ihm ist das ganze gar nicht aufgefallen?
Wie auch immer, das ganze wirkt bedenklich schizophren und offenbart ein Grunddilemma vieler Medien (und Menschen): Ihre links-romantische Denkweise deckt sich nicht mehr mit der Lebenswirklichkeit. Dabei liegen sie in ihren Ansichten ja gar nicht mal so falsch. Doch sollte man nicht anfangen, Fakten unter den Tisch zu kehren oder gar gegen sie zu hetzen. Das führt die eigene Meinung nur ad absurdum

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

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