Niedergang der Lokalpresse – Bürgerjournalismus als Lösung?

Es ist wie eine Lawine, die über den deutschen Medienmarkt rollt. Im Zuge der Medienkrise verkündet ein Verlag nach dem anderen Sparmaßnahmen in den Redaktionen seiner Zeitungen an – besonders im lokalen Bereich.

Nicht zuletzt die Waz-Gruppe trimmt ihre Blätter auf Kostenersparnis. Freilich nicht, ohne den Zorn besonders von Gewerkschaften und Betriebsräten auf sich zu ziehen.

In diese Entwicklung hinein ist in Jena vor etwas drei Wochen ein alternatives Angebot gestartet: Nicht die von Kommerz gesteuerten Verlage haben dort das journalistische Sagen, sondern die Bürger. Jenakompakt titelte dazu:

Wachablösung im Jenaer Mediendschungel

Es wird sich zeigen, ob diese Wachablösung tatsächlich stattfindet. Letztendlich hängt es an den Bürgern, ob sie eine solche Alternativ möchten bzw. brauchen.

Zum Artikel auf Jenakompakt…

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

9 Gedanken zu „Niedergang der Lokalpresse – Bürgerjournalismus als Lösung?“

  1. Bürgerjournalismus ist eine interessante Sache, besonders auch wenn es um aktuelle Sachen geht wie z.B. dass Zeugen von Unglücken, Flugzeugabstürzen usw. Ihre Beobachtungen in Echtzeit twittern

  2. Und nun schließt du mal deine positive Argumentationsreihe und öffnest die negative?!
    Teilen wir die modernen Bürger von heute in zwei Schubladen ein: “Wahrheit/Kundgebung” und “Lüge/Wichtigtuerei”.
    Ich denke nicht, dass, falls es durchkommen sollte, ein so tolles Objekt wird.
    Wir werden sehen, ob es eine Vorbildfunktion einnehmen wird oder doch eher in die Kategorie Flop gehört..
    PS: Die Bild wird wohl kaum an Farbe sparen und weiterhin Din A3 große Titelbilder drucken, traurig ist das..

  3. @JoJo:
    Genau genommen enthält der Beitrag in Bezug auf Jenapolis (d.i. das Projekt, um das es geht) gar keine Argumentationslinie – weder positiv noch negativ. Es ist eine Ankündigung. Allenfalls der letzte Absatz stellt eine kritische Betrachtung dar – aber das ist ja eher im Sinne “negative Argumentationsreihe” (Übersehen? ^^).

    Was die Einteilung der Bürger angeht: Du stellst Begriffe zueinander, die nichts miteinander gemein haben. Weder lügen Wichtigtuer noch entspr. jede Kundgebung der Wahrheit. Auch durchmischt – also Lüge/Kundgebung – ergibt das keinen Sinn. Müsstest du also nochmal genauer erläutern, was du damit meinst.

    Auch die Bild hat ihre Zielgruppe, die soetwas braucht ;-)

    PS: Dein Link funzt nicht. Deshalb gelöscht.

  4. Ich bezog mich auch lediglich auf den Beitrag von Michael und teile halt meine Gedanken zu diesem Thema der Welt mit ;-)
    Dass die Bild eine Zielgruppe hat, ist mir klar, doch wirklich informativer wird sie dadurch nun auch nicht, oder? ^^

    Gruß

  5. @JoJo:

    Oh, ich habe das auf den Blogartikel bezogen ^^

    Aber bei der Einteilung der Bürger ziehe ich trotzdem nicht mit ;)

    Die Bild wird gerade wegen der doch recht speziellen bzw. speziell rezipierenden Zielgruppe informationsärmer. Da gebe ich dir also vollkommen recht.

  6. Mhm, klingt schon ganz interessant, aber halt mal sehen, wie sich das entwickelt, kann ja auch keine endgültige Lösung sein, oder? Also glaube ich zumindest nicht.

  7. “Aus Kostengründen reichte es oftmals nur zum (man möge die Wortwahl entschuldigen) stupiden Einstellen von Pressemitteilungen” Also ich würde mal behaupten ein Blog kostet bloss Zeit, aber kein Geld. Gedrucktes Papier stirbt langsam aus. Nicht heute und Morgen vielleicht auch noch nicht aber der Trend ist klar und in Ländern wie der USA sieht man ganz deutlich was uns erwartet. Dort lesen von den unter 20 Jährigen weniger als 20% noch Zeitung.

    Die Blogosphere in den USA zeigt wie es hier in 5-10 Jahren auch aussehen könnte. Und ich hätte gerne mehr Stadt, oder Stadteil relevante Blogs hier und ich denke das ist der Trend, so oder so.

  8. @Jason “Also ich würde mal behaupten ein Blog kostet bloss Zeit, aber kein Geld.”

    Grundsätzlich kostet natürlich auch Online-Publizismus Geld – und wenn es nur indirekt ist (wenn man ein Nachrichtenportal betreibt, muß man betriebswirtschaftlich abwägen).
    Aber ich gebe dir recht: Der Kostenfaktor ist der große Vorteil von Blogs. Blogger denken (meistens) nicht betriebswirtschaftlich, bloggen als Hobby.

    Leider finden sich bisher kaum Menschen, die über ihre Stadt bloggen. Zumindest in Städten wie Jena, die um die 100.000 Einwohner haben, ist diesbezüglich Flaute angesagt.

  9. Wenn jetzt jeder Bürger mindestens lokal Journalist sein kann- wozu dann noch Journalismus studieren? Wozu überhaupt noch etwas studieren? Lassen wir doch einfach jeden alles machen getreu der amerikanischen Maxime: Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst;-)

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