Musikbranche pfeift GEMA zurück

Die GEMA, Deutschlands Rechteverwerter für Musik, Filme und ähnliche Werke, blockiert seit Jahren diverse Videos auf Youtube. Bisher war eine Einigung mit Google – dem Inhaber der Videoplattform – nicht in Sicht. Zu verbohrt sind vor allem die utopischen Forderungen der GEMA. Nun bekommt sie Gegenwind von jenen, deren Rechte sie eigentlich glaubt zu vertreten.

Musikindustrie will sich auf Youtube präsentieren

Mehrere Chefs diverser Labels und Verlage – darunter Universal und Sony – kritisieren mittlerweile die Haltung der GEMA im Streit mit Google. Dieter Gorny, Vorsitzender des Bundesverbands der Musikindustrie, forderte in einem FTD-Interview, der Rechteverwerter müsse sich endlich bewegen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass es bisher gerade die Musikindustrie war, die sich gegen eine kostenlose Nutzung ihrer Werke wehrte. Doch offenbar brechen die traditionellen Umsätze mittlerweile zu stark ein, dass die Verlage verzweifelt jede Vermarktungsform annehmen.

GEMA weist Schuld von sich

Die GEMA schiebt den schwarzen Peter derweil der Musikindustrie zurück. Sie sei es, die Sperrungen auf Youtube verlange, nicht die GEMA. Google hätte ein Lizenzangebot ausgeschlagen, nun müsse der Streit eben vor Gericht verhandelt werden.

Damit hat der Rechtverwerter im Grunde Recht. heise online merkt zu recht an, dass die GEMA die Rechte ihrer Mitglieder nicht einfach an einen Milliarden-Konzern wie Google verscherbeln will. Auch wenn unter der Blockade letztendlich auch andere, kleinere Dienste und Anbieter leiden.

Blogsphäre nimmt Streit gelassen

Wer nun vermutet, die Blogsphäre würde sich gegen die GEMA aufstellen, irrt. Vielmehr steht sie der Sache eher neutral gegenüber. Aufrufe von Anonymous zugunsten Youtubes werden gar kritisch betrachtet. Google sei keineswegs der Robin Hood des Netzes, als den sich das Unternehmen so gerne sieht. Robert Basic dagegen zuckt nur mit den Schultern. “Wir sind längst woanders!“. Überhaupt sieht man nicht Google respektive Youtube als Opfer. Leittragende sind eher die Kreativen, die sich zunehmend vorauseilenden Restriktionen seitens Youtube ausgesetzt sehen. Denn eigentlich sind lediglich zwölf Titel gerichtlich beanstandet worden. Da drängt sich der verdacht auf, Google würde mit der Sperrung sämtlicher Titel lediglich seine Nutzer gegen die GEMA aufbringen wollen.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

2 Gedanken zu „Musikbranche pfeift GEMA zurück“

  1. Sicher kein einfaches Thema. Auch wenn die Sperren mithilfe von Proxies einfach umgangen werden können, so ziehen die Sperrmeldungen doch den Zorn der normalen Nutzer mit sich. Das ist sicher nicht im Interesse der Musikindustrie, gerade in Anbetracht der enormen Reichweite, die Youtube hat.
    Die GEMA mag zwar im Recht sein, ob sie mit dieser Stellung aber wirklich recht hat, bleibt abzuwarten …

  2. Die GEMA und YouTube ein nie enden wollendes Thema. Ich bin gespannt wie es weitergehen wird…

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