Mit nofollow zu mehr Themenrelevanz

Eigentlich ist es ja ein alter Hut. Die Diskussion über den nofollow-Tag für Kommentar-Links zieht sich nun seit Jahren hin. Immer wieder positionieren sich Gegner und Befürworter gegeneinander. Ein echtes und befriedigendes Ergebnis kam bis heute nicht heraus. Auch ich habe in der Vergangenheit schon des öfteren dieses Thema behandelt. Dabei durchlief ich eine Entwicklung. Gehörte ich zunächst du den Gegnern von Nofollow, sehe ich die Sache nun etwas differenzierter. Deshalb möchte ich auf zwei Herangehensweisen eingehen, die der Argumentation meistens zugrunde liegen.

Belohnung für Kommentare

Die meisten Gegner von No-Follow glauben, Kommentatoren eine Belohnung zukommen lassen zu müssen und auf diesem Weg Anreize für andere zu schaffen. Kommentare würden doch den Mehrwert des Artikels steigern, indem sie zusätzlichen Text hinzu fügten. Das ist auf der einen Seite natürlich richtig. Je nach Qualität des Kommentars können sich in ihm sogar wertvolle Zusatz-Informationen befinden.

Auf der anderen Seite sind solche ergänzenden Kommentare nur sehr selten. Meistens werden bloße Bewertungen des Artikels oder kurze Stellungnahmen abgegeben. Daraus lässt sich beim besten Willen kein Mehrwert für Leser ziehen. Ebenso darf die Leistung der Verfasser solcher Kommentare angezweifelt werden. Wofür sollten sie denn mit einem Do-Follow-Link belohnt werden?

Google will Links mit Themenrelevanz

Betrachtet man die Thematik von außen – also nicht im Verhältnis Blogger-Kommentator – ergibt sich ein ganz anderes Bild. Ein Blog-Artikel ist zunächst eine Webseite zu einem ganz speziellen Thema. Das erkennen auch Suchmaschinen. Dieses Thema definiert sich durch den Inhalt und die Links, die nach außen führen. Laut Google-Richtlinien lässt sich erschließen, dass in dieser Hinsicht nur Do-Follow-Links gewertet werden.

Kommentatoren verlinken ihren Namen meistens aber mit völlig themafremden Webseiten. Es sind Startseiten von Blogs, Shops oder sonstigen Quellen. Themenrelevanz im Sinne des Artikels haben diese jedenfalls keine. Also liegt der Schluss nahe, mit einem nofollow-Tag diese Links quasi vom Artikel abzukoppeln. Er zeigt dem Google-Bot: Es ist ein Link, aber zum Artikel-Thema trägt die angelinkte Seite nichts bei. Das hilft nicht nur Google, sondern auch dem Blogger. Er steigert auf diese Weise die Relevanz des Artikels.

Ich möchte eine Hypothese in den Raum stellen:
Könnte der nofollow-Tag gar nicht in Bezug auf den Suchmaschinen-Bot zu interpretieren sein? Also eben nicht bedeuten, “Bot, folge dem Link auf keinen Fall”. Sondern ist es nur der Hinweis, dass der Artikel-Inhalt nichts mit dem Link zu tun hat? Vererben nofollow-Links eventuell doch Pagerank, jedoch keine Relevanz für das spezielle Thema? Nur so ein Gedanke…

Kommentar vs. Pingback

Nun enthält in einem echten Blog der Kommentar-Bereich nicht nur direkte Reaktionen der Leser. Ebenso werden Artikel von anderen Bloggern aufgegriffen. Sie verlinken diesen und senden meistens auch einen sogenannten Pingback. Zumindest WordPress-Blogs werten diese automatisch aus uns setzen sie als Link unter den Kommentar.

Im Gegensatz zu den verlinkten Namen der Kommentatoren ist ein Pingback in 99% aller Fälle absolut themenrelevant. Geht man von beiden Argumentations-Standpunkten aus, müsste ein Pingback folglich do-follow sein. Man belohnt damit den anderen Blogger für das Setzen eines Links und zeigt Google, dass es sich um eine für den Artikel relevante Webquelle handelt. Somit steigt auch die eigene Relevanz.

Dies ist auch meine Position, die mittlerweile eingenommen habe. Mehr dazu habe ich in einem früheren Artikel bereits detaillierter geschrieben.

Blogosphäre

Die Blog-Szene sieht das Thema natürlich sehr ambivalent:

Ich [bin] der Meinung, dass ein guter Kommentar auch mit einem Dofollow-Link honoriert werden sollte (blog.andreas-kamleiter.de). Wer einen Blog hat, muss auch seine Kommentare pflegen und sich die Mühe machen, auch Links auf follow zu setzen (jinsiders.de). Als Google (und andere) das “rel=nofollow” Attribut eingeführt haben, ging ein Aufschrei durch die Seosphäre (webmasterfriday.de). Kommentatoren sollen durchaus etwas davon haben, wenn sie richtig gute Kommentare schreiben (henning-uhle.eu). Bei privaten oder semi-privaten Blogs (wie dieser hier) halte ich einen nofollow-Tag für Nonsens (sabienes.de). Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Links es verdienen ein follow zu bekommen (seo-diaries.de). Eine Seite, die ausschließlich “follow-Backlinks” aufweist ist für Google in höchstem Maße verdächtig, weil das eben erfahrungsgemäß so nicht (mehr) auf natürlichem Wege entstanden sein kann (besser-geld-verdienen.de). Gerade wenn man ein mehr oder weniger erfolgreiches Blog betreibt, finden sich zahllose Kommentare, die inhaltlich zwar passend erscheinen, aber wo doch ziemlich offensichtlich ist, dass sie nur des Backlinks wegen geschrieben wurden (anne-muehlbauer.de). Was mich dabei zunehmend an vielen Beiträgen stört, ist die Selbstverständlichkeit, mit der viele SEOs das “dofollow” einfordern (tagseoblog.de). Ich persönlich bin sehr daran interessiert, auf anderen Webseiten, wo ich qualifizierte Kommentare abgebe, nicht als potenzieller Spammer gekennzeichnet zu werden, und so ist dieser Blog auf DoFollow umgestellt (hechtmediaarts.com).Es profitieren beide Seiten davon: der Kommentarschreiber durch einen Link auf seine Webseite und der Blogger durch einen eventuellen Backlink oder zu mindesten einen Link auf eine interessante Webseite (netzwerkblog.info).

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

4 Gedanken zu „Mit nofollow zu mehr Themenrelevanz“

  1. Der Faktor Zeit spielt natürlich eine entscheidende Rolle. Bei follow-Links steigt mit Sicherheit die Anzahl der Kommentare, allerdings nicht unbedingt deren Qualität. Daher muss man tendenziell mehr Zeit damit verbringen die sinnvollen von den sinnlosen Kommentaren zu trennen und gegebenenfalls freizuschalten. Grundsätzlich sollte ein Link aber trotzdem eine Empfehlung sein, ein no-follow-Link ist in etwa genauso, als wenn jemanden etwas empfehlen würde, aber in einem Nebensatz gleich die Nachteile seiner eigenen Empfehlung nennt, in diesem Fall weiss der andere ja auch nicht voran er ist.
    Ich empfehle Dir das, ABER…

  2. Hm, inwiefern aber sind denn die Links der Kommentatoren meine – oder überhaupt – Empfehlungen? Ich sehe diese eher als Visitenkarte. Wer mehr über den Kommentator erfahren möchte, kann dies dann auf der verlinkten Webseite tun. Als ich vor Jahren das erste Mal mit Blogs zu tun hatte, war genau das mein erster Eindruck.

    Eine Empfehlung auf einer Artikel-Seite kann ja nur in Bezug auf das Thema gegeben werden. Die meisten Kommentatoren-Links erfüllen diese Voraussetzung nicht.

  3. Man kann seinen Blog ja auch mit einem plugin ausstatten das nur Kommentare mit einer bestimmten Zeichen-Anzahl zulässt. Sicher verhindert das immer noch nicht, dass einfach sinnlose Phrasen in die Kommentarbox gequetscht werden um einen backlink zu ergattern, allerdings zeigt man Leuten die einfach nur “cooler Block” etc. schreiben von Anfang an die rote Karte.
    Grundsätzlich finde ich, dass jeder der einen passenden Kommentar zu meinen Artikeln abgibt auch einen link zu seinem Blog/seiner website verdient hat.

    Gruß Jonas

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