Revolution in Ägypten!?

Kalter Regen, vermischt mit zu Eis gewordenen Tropfen, tauchte die Stadt in Düsternis. Selbst von hier oben sahen die Dächer grau und trist aus. Ein wahrlich ungemütlicher Anblick. Der Kontrast konnte nicht deutlicher sein. Während das Winterwetter sein weniger schönes Gesicht zeigte, saß ich bei einem guten Kaffee im warmen Turmrestaurant, hundert Meter über den Dächern Jenas.

Versonnen schlug ich meine Tageszeitung auf. Titelthema waren die Unruhen in Kairo. Angestachelt vom erfolgreichen Bürgeraufstand in Tunesien versuchten sich nun auch die Menschen am Nil vom Joch machthungriger Unterdrücker zu befreien. Leider hatten letztere etwas dagegen und ließen ihre Ordnungskräfte auf die Demonstranten los. Wasserwerfer und Tränengas sollten jede Revolte im Keim ersticken.
Ein Schauer lief mir den Rücken hinab. Kaum zu glauben, aber die Bürger der arabischen Welt formierten sich zu einer Demokratiebewegung, die das Zeug hatte, den vielen diktatorischen Regimes ein Ende zu breiten. Was für eine Entwicklung. Die Araber schrieben seit den erfolgreichen Demonstrationen in Tunesien Weltgeschichte. Ihre Geduld schien nun ausgeschöpft zu sein – endlich.

Mein Blick wanderte nachdenklich aus dem Fenster. Die Stadt lag friedlich zwischen den sie eingrenzenden Bergen. Der Regen befreite die Straßen langsam vom Streusalz. Passanten gingen ihren Erledigungen nach. Als ich mich wieder dem Weltgeschehen widmete, zog ich meine Augenbrauen nach oben, atmete tief ein. Was für ein Kontrast…

Nachwort

Zu erst gelesen habe ich diese Nachricht auf SpiegelOnline um daraufhin z.B. via Netzpolitik weitere (Twitter-) Infos zu bekommen.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

4 Gedanken zu „Revolution in Ägypten!?“

  1. Auch wenn gerade eine Revolution losbricht, geht das Leben für die Menschen ja weiter. Sie gehen auch weiter ihren Machenschaften nach und führen ihr Leben – nur eben mit aufgewühltem Geist. Vom Turmrestaurant aus sieht das alles natürlich alles nicht so schlimm aus. Ziel erreicht.

  2. Ich glaube, Ägypten würde einen ganzen Monsun benötigen um Abschaum, Schmutz und Korruption aus den Straßen zu spülen.
    Doch sind die Islamischen Länder bereit für eine Demokratie? Oder regiert zum Schluß nicht doch wieder derjenige der sich darauf versteht Menschen mit Militär und Geld zu unterdrücken?
    Frei nach dem Motto: “Ein Volk, das ums Überleben kämpft, ist zu schwach um sich gegen ihre Regierung zu erheben!”

    P.S.: Mach weiter mit deinen Kurzgeschichten…Ich warte schon auf die nächsten:-)

  3. Naja, jetzt haben sie es ja geschafft, Mubarak ist getürzt *jubel* und es war gar kein Monsun nötig. Es ging auch so. Ob es jetzt viel besser wird, bleibt nur zu hoffen. Aber inzwischen ist ja nichtmehr das Augenmerk auf Ägypten, sondern auf Libyen. Und wenn das dort durch is, fangen sie in China an. Und danach, könnte ich wetten, gibt es auch nochmal eine Revolution in Deutschland. Die saugen uns immerhin gerade die Grundrechte aus den Taschen…

  4. Welche Macht das Internet entfalten kann. Egal jetzt mal, ob mit oder ohne CIA.
    Auch der freie Zugang zu Nachrichten und Kommentaren entfaltete dort das Denken. Nachrichten aus aller Welt waren früher dort nicht möglich, ja nicht mal denkbar.
    Gepaart mit unsagbar hohen Preisen für Lebensmittel steigen der Hunger, allgemeine Unzufriedenheit und die Wut auf reiche Despoten.
    Es wird ein unaufhaltsamer Flächenbrand. Mal sehen, wann dort alles so verbrannt ist, dass die Menschen zu uns kommen. Und hier essen wollen.
    Aber wir stecken die Lebensmittel lieber in E10…

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