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Krieg oder Frieden für Israel und die Welt

Redaktion am 15. Juli 2006

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Israel zieht in den Krieg! So kann man die Schlagzeilen der letzten Tage zusammenfassen. In Medien, Presse und Blogsphäre geben sich Berichte und Meinungen ein Stelldichein. Dabei spaltet sich das Land offenbar in zwei Lager: Die einen stehen an der Seite Israels und geben zugleich Hinweise auf eine mögliche Ausstrahlung des Konfliktes auf Europa. Die anderen verurteilen den israelischen Waffengang und sehen bereits einen Weltkrieg am Horizont schwelen.

Doch auch in der Politik geht es drunter und drüber. Während Deutschland und die USA Israel in der Rolle des Verteidigers von Freiheit und Demokratie sehen, verurteilten Frankreich und Russland die Angriffe auf Libanon als Kriegshandlung. Wie angespannt die Lage ist, erkennt man an der Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland an Walter Steinmeier, der den Bogen im Nahen Osten als überspannt sieht.
Der regionale Konflikt hat also längst die Grenzen der arabischen Welt übersprungen. Ob UNO, G8-Gipfel oder die Staatengemeinschaft allgemein: Sorge um die Weltsicherheit macht sich breit. Ist dies bereits die heiße Phase des sogenannten Kampfes der Kulturen? Die Chancen stehen jedenfalls “gut” dafür. Längst drohen Iran und Syrien, die beide im Grunde über ihre aktive Unterstützung der Hizbollah längst involviert sind, ihrerseits mit Krieg.
Sollte sich der Konflikt tatsächlich ausweiten, wird es wohl kein Sommerloch geben. Dann steht besonders Europa an vorderster Front. Nicht nur wegen seiner direkten Nachbarschaft und historischen Verantwortung oder anderer Verwandtschaften. Der “Gegner” befände sich in unserer Mitte. Bei einer Konfrontation mit dem Islam hätte allein Deutschland ein Drei-Millionen-faches Problem im eigenen Land.
Wie aber ist die Situation Israels unabhängig der Gefahren zu bewerten? Kann man hier tatsächlich einseitige Kritik walten lassen? Zugegeben: Das Ausmaß der Angriffe übersteigt mittlerweile den Bereich des Berechtigten. Zu viele Unschuldige – auch Kinder – haben ihr Leben gelassen. Dennoch hat Israel einen plausiblen Grund für sein Eingreifen: Nicht erst seit den Kampfhandlungen wird der Norden des Landes von libanesischem Boden aus beschossen. Dabei wurden nicht nur Gebäude zerstört. Menschen ließen ihr Leben, wurden verletzt und obdachlos.
Die libanesische Regierung kann oder will gegen diese beständige Gewalt nichts unternehmen. Unterstützt von anderen arabischen Staaten waltet die Hizbollah nach Gutdünken, ohne daß ihr mit diplomatischen Mitteln beizukommen wäre. Zum besseren Verständnis sei mir eine Analogie erlaubt: Man stelle sich vor, von Polen aus würde Frankfurt beschossen werden. Häuser werden zerstört, Menschen kommen ums Leben. Die polnische Regierung aber tut nichts dagegen. Sie läßt die Terroristen gewähren. Was würden wir fordern, was würde Deutschland tun?
Es ist das Recht eines jeden Volkes, in Sicherheit zu leben. Wenn es dies nicht kann, hat es ebenso ein Recht auf Selbstverteidigung. Wenn wir also kritisch anmerken, Israel führe einen Angriffskrieg gegen den souveränen Libanon, müssen wir ebenso die Souveränität Israels bedenken. Gefragt ist hier also die Weltgemeinschaft. Sie muß sich ihrer Rolle als Forum der Menschheit bewußt werden. Nur wenn die Souveränität der Konfliktparteien zum Teil auf diese höhere Ebene übergeht – sie also eher den Status der Autonomie zuerkannt bekommen -, kann es eine Lösung geben.


   klammer 3 Ergänzungen angeheftet


Ergänzungen

# Geschrieben von vertan am 17. Juli 2006:

Tja, ist die Frage was da unten los ist: Die Libanesische Regierung ist zu schwach, um gegen die Hisbollah vorzugehen, andererseits saßen auch Hisbollah-Vertreter in der Regierung. – Ist auch wiederum die Frage, was zur “Schwächung” der libanesischen Executive geführt hat. – Irgendwo habe ich die Ansicht gelesen, daß die Syrische Besatzung dort viel mehr für Ruhe gesorgt hat als nach deren Abzug eingetreten ist. – Die beständigen Raketenangriffe sind schlecht – aber Israel geht selber seit Gründung immer wieder brutal gegen Palästinenser vor. Außerdem sind die Grenzen Israels gar nicht mal festgelegt (Golanhöhen?)

Die Entführung an der Grenze waren mit Sicherheit von den Israelis provoziert. Das war ein Grenzüberfall mit Ankündigung. – Die schnelle harsche Reaktion der Militärmaschinerie bedeutet für mich, daß es schon länger vorbereitet war. – Man kann und soll nicht Gewalt mit Gewalt beantworten. – Schwierig die Gemengelage dort unten zu beurteilen. – Auf jeden Fall leiden die Libanesen mehr als Israelis – mehr Tote mehr Zerstörung. Mit dem Tourismus geht die Lebensgrundlage Libanons kaputt.

Tja, und ist die Frage, inwieweit sich eine arabische/muslimische Solidaritätswelle auslöst. Die hier lebenden Muslime sind keine “Terroristen” aber bei einer Ausweitung des Konflikts wird in den Kreisen auch mehr Unruhe auftreten und sich manche Radikale zu “extremen” Reaktionen veranlaßt sehen. – Hoffen wir, daß die Waffen bald schweigen werden…

# Gebloggt auf Auf den Spuren der Republik » Blog Archiv » Israel vs. Hisbollah: Angriffskrieg oder Selbstverteidigung? am 21. Juli 2006:

[...] Israel vs. Hisbollah: Angriffskrieg oder Selbstverteidigung? Freitag, 21. Juli 2006, 13:52 Uhr von TC Stahl in der Kategorie Recht & Werte Die Diskussionen nehmen seit den Bombardements und Bodeneinsätzen Israels während der neuesten Eskalation des Nah-Ost-Konflikts kein Ende: Führen die Israelis einen Angriffskrieg gegen den Libanon? Wie bereits geschrieben, teilen sich die Meinungen dabei in zwei Lager. Das pro-israelische besteht dabei auf Verteidigungsrecht, die Gegner stellen den Krieg in eine Linie mit Irak oder Kosovo. Wie aber ist die Lage objektiv einzuschätzen? [...]

# Geschrieben von Homs am 12. Juli 2007:

Die frage um selbstverteidigung stellt sich dann, wenn der staate Israel nicht selbst duch gewalt und krieg enstanden wäre. Nehmmen wir an polen besetzt berlin oder ostdeutschland und wel polen international stark bzw. strake freunde hat wird die besatzung anerkannt, aber die deutschen gefällt das nicht weil sie das gefühl haben unfair behandelt zu sein. und nach jahre lange Demutigung mit eine asymmetrische krieg anfagen. Wer ist hier dann angreifer und wer ist der verteidiger. Meine Meinung nach ist es immer eine sache der Prespektive :-)

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