Jugend strebt zu Direkter Demokratie

Eine kürzlich durchgeführte repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa hat ergeben, daß 39% der Bundesbürger und gar 46% der jüngeren sich die Möglichkeit wünschen, Politik direkt mitbestimmen zu können. Stattfinden soll die Direkte Demokratie im Netz, mit seinen klaren Vorteilen auf diesem Gebiet.

Genauere Informationen über die Studie stehen auf der BITKOM-Webseite zur Verfügung.

Studie: Eigentlich soll die Internetwirtschaft gestärkt werden

Natürlich hatte der Auftraggeber der Studie, der Branchenverband BITKOM, vermutlich eine etwas andere Zielvorgabe: Den deutschen Politiker soll schlichtweg das Internet schmackhaft gemacht werden. Denn noch immer ist der Bereich eGovernment ein eher kläglich bestelltes Feld in deutschen Landen.

So kommt es nicht ungelegen, daß 44% der Befragten sich einen Wahlkampf ohne das Internet nicht vorstellen können. Besonders unter den 18- bis 29-jährigen liegt die schnelle Informationsbeschaffung und Meinungsbildung über das Netz im Trend. Besonders Soziale Netzwerke wie StudiVZ wachsen auch was das Thema Politik und politische Partizipation angeht. 47% könnten sich gar Online-Wahlen vorstellen. Noch viel beeindruckender ist der Anteil derer, die lediglich herkömmliche Nachrichtenangebote – aber eben im Web – nutzen: 81% der Wähler.

Grund genug für Politiker, Parteien und Institutionen, ihre Präferenzen auch auf das Internet auszudehnen – und das läßt natürlich ganz im Sinne des BITKOM die Kassen der Wirtschaft klingeln.

Klarer Trend zu mehr Partizipation – Politische Umsetzung ungewiß

So fiel das Eingangs erwähnte Ergebnis sozusagen als Beiwerk ab. Nichts desto trotz bestätigt diese Zahl eine Entwicklung, die in den letzten Monaten all zu deutlich wurde. Sei es der Erfolg diverser Onlinepetitionen oder das rasante Wachstum der Piratenpartei. Allein in Thüringen verdreifachte sich die Mitgliederzahl seit Ende Juni. Vor dem Hintergrund der Forsa-Studie eine logische Entwicklung. Steht die Piratenpartei doch für mehr Mitwirkung und gelebte Partizipation innerhalb der Partei.

Ob das Ergebnis jedoch Eindruck auf die Politik machen wird, darf angezweifelt werden. Erst kürzlich einigten sich CDU und SPD explizit darauf, Volksabstimmungen im Rahmen der EU-Gesetzgebung nicht einzuführen – gegen anderslautende Forderungen aus Kreisen der CSU wohlgemerkt.

Aus dem Trend werden also so schnell keine handfesten Änderungen im Staatsgefüge Deutschlands folgen. Dennoch ist der Druck – nun auch für Zahlenapostel schwarz auf weiß erkenntlich – aus der Bevölkerung nicht mehr zu überspielen. Über kurz oder lang werden sich die Bürger durchsetzen.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

2 Gedanken zu „Jugend strebt zu Direkter Demokratie“

  1. Noch keine Bürgerrechtsbewegung ist jemals gescheitert, einige sind halt noch unterwegs :-)

    Ich bin zuversichtlich, dass entweder die etablierten Parteien zu Zugeständnissen gezwungen werden, oder neue Parteien mit unseren Interessen im Gepäck in den Bundestag einziehen :-)

  2. Alteingesessene Parteien und Politiker werden sich bedanken, wenn das Jungvolk mitspielt- die würden ja vielleicht wirklich was ändern wollen! Der Posten eines Ministers, Kanzlers oder Präsidenten muss von einem erfahrenen und damit älteren Menschen bekleidet werden. 60+ ist aber definitiv zu alt, die sind meistens zu festgefahren!

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