Geheimes Verhandlungs-Protokoll zwischen EU und Griechenland

Merkel_Raute

Unter Gefahren für Leib und Leben wurde uns dieses Sitzungsprotokoll von einem Kellner aus dem Umkreis der EU-Kommission zugespielt. Es gibt die letzte Verhandlung zwischen EU und Griechenland wider.

Irgend ein Raum in Brüssel…

„Meine Damen und Herren, die Verhandlungen können beginnen!“.
Mit gespannten Gesichtern lauschten die anwesenden Politiker den Worten des EU-Kommissionspräsidenten. Zum wiederholten Mal erklangen diese Worte. In den zurück liegenden Wochen hatte er sie gefühlte hundert mal in den Raum gerufen. Stets ging es dabei um nur ein Thema: Griechenland. Genauer: Die Rettung Griechenlands vor dem Bankrott. Dass die Blicke der Anwesenden angesichts dieser deprimierenden Tatsache keine Langeweile oder gar Frust wiedergaben, lag an der Besonderheit genau dieses Verhandlungstages. Alexis Tsipras würde heute die Leviten gelesen bekommen.
So war es auch der Griechische Ministerpräsident, der in der Mitte der Runde stand. Sein Blick stur gerade aus gerichtet, offensichtlich darum bemüht, bloß keinen Eindruck von Verzweiflung aufkommen zu lassen. Die an der Decke angebrachten Scheinwerfer ließen ihn deutlich sichtbar erstrahlen. Kein Zweifel, dass er die Hauptfigur in diesem politischen Schauspiel sein würde.

Die andere wichtige Protagonistin fehlte jedoch noch. Die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ wie immer auf sich warten. Mit fragendem Blick wandte sich Jean-Claude Junker an einen der bereit stehenden Ordner:
„Ist bereits bekannt, wann die Kanzlerin zu uns stößt?“.
Ein wenig verunsichert reagierte der Angesprochene und antwortete mit angezogenen Augenbrauen:
„Soweit mir bekannt, zieht sich die Wahl der Gaderobe ein wenig hin. Frau Merkel kann sich nicht zwischen rot und grau entscheiden.“.
Verständnisvoll nickte Junker vor sich hin, schielte kurz zu Alexis Tsipras und setzte sich dann auf seinen Stuhl. Dem Griechen standen bereits Schweißperlen auf der Stirn. Vermutlich weniger aus Panik. Eher verrichteten die Lampen ihren unerbittlichen Dienst.

Die Minuten verstrichen zäh und quälend. Irgendwann, als die ersten im Raum schon unruhig auf ihren Stühlen herum rutschten, schwang die große Flügeltür auf und gab den Blick auf die Mutter Deutschlands frei. Interessiert registrierten die Politiker, dass sie sich für rot entschieden hatte. Warnung!
Erhaben schritt Angela Merkel auf Alexis zu. Dieser wandte seinen starren Blick nun doch vom zuvor fixierten Punkt an der Wand ab und richtete ihn auf die Kanzlerin. Erwartungsvoll schaute er sie an, beinahe fragend. Sie würde die wichtigste Entscheidung in seinem Leben verkünden. Über eine glorreiche Zukunft oder gnadenlosen Untergang bestimmen.
Lässig blieb Merkel vor Alexis stehen. Ehrfurcht erzeugend bewegten sich ihre Hände zum Unterleib und formten die berühmte Raute. Gebannt starrte Alexis auf dieses raumfüllende Fruchtbarkeitszeichen. Betont und langsam begann die Kanzlerin zu sprechen:
„Mein lieber Alexis. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Griechenland seine Schulden vollumfänglich zurückzahlen muss.“.
Das war sie, die schlechteste aller Nachrichten für den Griechischen Ministerpräsidenten. Doch statt zu widersprechen, nahm ihn noch immer die Raute gefangen. Er konnte seinen Blick einfach nicht von der unglaublichen Weiblichkeit, die dem Zeichen entströmte, wenden. Während dessen sprach Angela irgend etwas von Verantwortung, Stabilität und Vertrauen der Märkte. Die Griechen müssten Opfer bringen.
Opfer bringen? Die Raute verblasste vor seinen Augen. Langsam wanderten sie den Körper der Kanzlerin herauf.
„Wir sollen Opfer bringen?“, rief Alexis, wieder mit fester Stimme, in den Raum. „Niemals! Mein Volk leidet bereits unter Armut. Was soll ich ihm noch zumuten?“.
„Herr Tsipras, als Ihr Freund rate ich Ihnen, dieses Angebot anzunehmen.“, antwortete Junker von einem der Sessel aus.
„Nein! Nein! Nein!“. Alexis stampfte bei jedem Wort mit seinem rechten Fuß auf den Boden. „Ich weigere mich!“.
„Sie können sich nicht weigern.“, sagte die Kanzlerin und löste die Raute zu Gunsten offen ausgestreckter Arme auf.
„Was wollen Sie tun, wenn ich mich doch weigere?“, fragte Alexis mit zusammen gekniffenen Augen.
„Dann sind Sie Pleite, mein lieber Alexis.“.
„Ich lasse es darauf ankommen.“.

Während Merkel und Tripras sich immer weiter aufschaukelten, ging in Jean-Claude Junker eine Veränderung vor. Seine zu Anfang gelassene Körperhaltung war Anspannung und einem roten Gesicht gewichen. Explosionsartig sprang er auf und schrie:
„Solange ihr Griechen in unserer EU von unserem Geld lebt gelten unsere Regeln!“.
Betretenes Schweigen. Die Blicke der Politiker wanderten unruhig zwischen Jean-Claude und Alexis hin und her. Mit traurigem Blick begann der Gescholtene zu reden:
„Wenn diese Regeln verlangen, dass wir uns unterwerfen müssen, dann werde ich jetzt ‘eure’ EU verlassen.“.
Entschlossen drehte sich Alexis um und lief Richtung Ausgang. Hinter ihm rührte sich nun Angela und rief ihm ein „Alexis, bitte handeln Sie nicht zu voreilig.“ hinterher. Auf der Türschwelle hielt er kurz inne und sagte:
„Die Griechen werden entscheiden…“.
Dann verließ er den Raum.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

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