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FAZ mahnt Meinungsäußerung ab

Vorgestern erst schrieb ich über das Thema Multipler Abmahnungen, da erreicht die nächste Welle zu diesem Thema die Blogosphäre. Dieses Mal mahnt mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein Akteur ab, der eigentlich auf Seiten der Meinungsfreiheit stehen sollte. Eigentlich … die Realität sieht offenbar anders aus.

Abmahnung wegen eines Wortspiels

Stein des Anstoßes ist die Formulierung “Schavan-Freundin Heike Schmoll unkt in der FAZ …”, die Klaus Graf in seinem Blog benutzte. Jeder normale Mensch sieht darin das Vorhaben, die Journalistin Schmoll als der Ex-Ministerin Schavan besonders wohlwollend gegenüberstehend einzuordnen. Bei der FAZ sieht man das offenbar anders und vermutet hinter der Formulierung den Versuch, zwischen Schmoll und Schavan eine Liebesbeziehung zu konstruieren. Gegen solches Gebaren muss natürlich eine Abmahnung nebst saftiger Unterlassungserklärung ins Feld geführt werden. Was auch geschehen ist, wie Klaus nun berichtet (archiv.twoday.net).

Gewürzt wird die ganze Sache mit dem Vorwurf, er hätte zudem auf den Blog “Causa Schavan” verlinkt, der eben jenes Gerücht – dass nämlich Frau Scholl und Frau Schavan Freundinnen wären – in die Welt gesetzt hätte. Die Macher dieses Blogs reiben sich ihrerseits verwundert die Augen. Sie versichern: “[…]die Behauptung, dass auf Causa Schavan der “Vorwurf” erhoben würde, dass Frau Schavan die Lebensgefährtin von Frau Schmoll sei, ist aus der Luft gegriffen. Nirgendwo haben wir derartiges behauptet.” (causaschavan.wordpress.com). Sie vermuten ferner, dass die FAZ eigentlich das Projekt Plagiatschavan meinen könnte (dazu schmalenstroer.net).

FAZ versus Blogosphäre

Selbst wenn man der eklatanten Fehlinterpretation nachsichtig gegenüber stehen mag, ist doch der sofortige Griff zu schwerstem (Abmahn-) Geschütz alles andere als tolerierbar. Gerade die FAZ als Akteur der Presse sollte doch wohl andere Wege kennen, mit Bloggern zu kommunizieren. Zumal die “Journalisten” des Blattes nicht selten selbst mit harten Bandagen agieren. Ein kurzer Anruf hätte vermutlich die Sache bereinigt.

Statt dessen wählte die FAZ den Weg der Abmahnung – und prallt damit gegen eine Blog-Mauer. Es dürfte niemanden verwundern, dass die Blogosphäre zum Gegenschlag ausholt:

Kleiner Shitstorm gefällig (todamax.kicks-ass.net)? Andererseits muss man sich die Frage stellen, wie weit es schon gekommen ist, wenn ein Blogger die Meinungsfreiheit gegen eine der wichtigsten deutschen Tageszeitungen verteidigen muss (netzwertig.com). Die Sache ist so irr und wirr, daß ich gestern – als ich davon gelesen habe – zuerst auf den Kalender geschaut habe (wissenswerkstatt.net). Der Streisand-Effekt sollte wohl dringend in die juristische Ausbildung aufgenommen werden (erbloggtes.wordpress.com).

Diskussion (1)

  1. RA Schuh sagt:

    Es sind wohl eher die dahinterstehenden Rechtsanwälte, die auf eine Abmahnung drängen. Bei einigen Zeitungen muss man nur schauen, welche Kanzlei beauftragt ist und schon ist alles klar.

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