Facebook und Apple demontieren den Freien Bürger

Die Debatte um den Datenschutz hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Gleich zwei Meldungen an einem Tag zeigen auf, wie gefährlich Internet und Handy jedem einzelnen werden können. Schuld daran sind dieses mal nicht unverschämte Ansprüche diverser Unternehmen der New Economie. Vielmehr sind es Sicherheitslücken in deren Angeboten. Lücken, die Jahre lang offen standen.

Facebook ermöglichte Werbepartnern Zugriff auf Profile

Wie SpiegelOnline berichtet, konnten Werbepartner im Sozialen Netzwerk Facebook vier lange Jahre lang auf Profile von mitgliedern zugreifen. Sogenannte access tokens ermöglichten es, auf Kontaktdaten, Fotos, kurzum, alle möglichen Informationen eines Profils zugreifen zu können. Dabei beschränkten sich die Rechte der Werbepartner nicht nur auf ein passives Lesen der Daten. Sie konnten sogar im Namen des jeweiligen Mitglieds Nachrichten verfassen.

Ob dieser Zugang ausgenutzt wurde, ist unklar. Facebook selbst verwies laut Spiegel auf eine Nutzungsbedingungen, nach denen solcherlei Eingriffe nicht erlaubt seinen. Also hätten sie auch nicht stattgefunden. Ein recht naives Weltbild.

Apple-Smartphones machen Nutzer gläsern

Ganz in dieses Schema passt auch die Nachricht, dass Aps auf Smartphones von Apple (z.B. iPhone) die Kennung des Gerätes mit Facebookprofilen verknüpft. So könne dem an sich anonym arbeitenden iPhone eine eindeutige Person zugeordnet werden. Bedenkt man zusätzlich, dass mit diesem Gerät zugleich Positionsdaten ermittelt werden können. Auch hier äußert das verantwortliche Unternehmen Apple recht arrogant: Man nehme keine Stellung dazu.

Angriff auf Freiheitsrechte

Nun mögen einigen solche Sicherheitslücken egal sein. “Ich habe nichts zu verbergen.” lautet ein oft beanspruchtes Motto. Doch abgesehen von der Kurzsichtigkeit dieser Bemerkung ist Spionage, die das Vorgehen der Stasi beinahe alt aussehen lässt, nicht das Hauptproblem.

Sehr viel gefährlicher ist der direkte Einfluss auf die Menschen. Wer ihre geheimsten Wünsche und Gedanken, ihre Bewegungsprofile kennt, kann mit subtilen Mitteln Einfluss auf sie nehmen. Eine Traumwelt für Unternehmen (Werbung), politische Organisationen (Meinungsbildung) und einen gerade durch solche Möglichkeiten immer totalitärer werdenden Staat (Big Brother).

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

2 Gedanken zu „Facebook und Apple demontieren den Freien Bürger“

  1. “Facebook selbst verwies laut Spiegel auf eine Nutzungsbedingungen, nach denen solcherlei Eingriffe nicht erlaubt seinen. Also hätten sie auch nicht stattgefunden.”
    An Regeln und Bedingungen halten sich Menschen ja so gerne, deswegen gibt es sie ja! Macht Sinn.

    Dennoch, wer freiwillig bei Facebook ist und seine Daten so freizügig freigibt, der trägt auch eine gewisse Mitschuld – Schuld ist vielleicht der falsche Begriff, aber trifft es im Groben. Google ist da ein wenig anders, weil die Datenanhäufung nicht so offensichtlich ist.

  2. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Unbedarftheit oder besser Dummheit sich die heutige Jugend (und jungerhaltene Oldies) sich den neuen Medien anvertrauen.

    In meinem BLOG gibt es dazu unter dem Stichwort: Google, entliche Beitträge, die sich mit dem Problem der Personausspionierung beschäftigen, so dass ich die hier nicht wiederholen muss.

    Wer alle Google-Produkte, wie Chrom,Mail, Android usw usw, benutzt, muss sich nicht wundern, wenn er keine Job, keine Wohnung, keinen Kredit, keine KV und alle anderen Bereiche des Lebens mehr bekommt!!!

    Es ist doch längst bekannt, dass die verantwortlichen Manager, aus obigen Bereichen, ersteinmal im Netz nach den Suchbegriffen über diese Person suchen.

    Und wer da glaubt, durch Verschleierung “unsichtbar” zu bleiben, der irrt gewaltig, den:

    JEDER MENSCH HAT EINE GEWISSE GEWOHNHEIT DER AUSDRUCKSWEISE

    bei mir ist es z.B. der Ausdruck – Show-Politiker –

    und daran kann man (Google) JEDEN identifizieren!!!

    FAZIT:
    Hände weg von der ach so schönen neuen digitalen Welt – und da gehören “social-networks” ganz nach oben, auf der Liste.

    Denkt nicht, die anderen sind doof – die haben Tricks, da würde so mancheiner echt ins Grübeln kommen, wüsste er davon.

    Bsp.: Mal eben schnell bei einem Bewerbungsformular die richtige Frage gestellt und schon ist die Aussicht auf den Job dahin: KENNEN SIE DIE NWO? Wer jetzt glaubt “Up-to-date” und informiert zu sein und mit JA antwortet, ist schon reingefallen!

    oder

    “Haben Sie eine Handy-Nummer, damit wir Sie schnellstens informieren können?

    oder

    “Wir senden Ihnen gerne per Mail nähere Informationen über den neuen Job zu”

    VORSICHT – FALLE !!!

    aber es geht noch fieser:

    “Sagen Sie, hat nicht Ihr Bekannter, na wie heisst deer noch gleich äh äh äh ach Ja, Wolfgang, na na nun fällt mir doch der Nachname nicht ein, jedenfalls hat der nur lobend von Ihnen gesprochen.”

    Wer da behilflich sein will und schnell mal alle Wolfgangs durch gibt – hat schon verloren.

    Also: Nichts – aber auch gar nichts preisgeben – auch wenn man “nichts zu verbergen hat” !!!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>