Europäische Union: Garant für totale Globalisierung

Eigentlich steht die EU nicht im Verdacht, sich der Globalisierung auszuliefern. Schutzzölle, Agrarsubventionen oder Handelsbeschränkungen gehören zu jenen Instrumenten, denen sie sich regelmäßig bedient. Alles natürlich dem Schutz europäischer Interessen gewidmet. Dennoch zeigen besonders die Vorkommnisse der letzten Zeit, wie sehr sich die politischen Eliten von ihren Völkern abgewandt haben und ausschließlich in “großen” Dimensionen zu denken fähig sind. Am Ende ihres Wirkens zeichnet sich bereits der Untergang der Völker zugunsten eines dem Wettbewerb des Marktes und der Willkür abgehobener Führer ausgesetzten Einheitsbreis ab. Drei Beispiele stehen symptomatisch für die gesamte EU, auch wenn sie eher Schläge gegen Deutschland sind.

Der erste Schlag kann im Grunde nicht als singuläres Ereignis angesehen werden. Die Weigerung der finnischen Ratspräsidentschaft, künftig alle Dokumente ihres Waltens auch auf Deutsch zu verfassen, steht in einer langen Tradition sprachlicher Vereinheitlichung. Daß damit demokratische Grundlagen umgangen werden, spielt keine Rolle. Die EU ist keine Demokratie und muß sich deshalb auch nicht ihren Bürgern verständlich machen.
Interessant ist die Begründung der Verweigerung. “…Deutsch [wird] nie eine Weltsprache werden.”, so die finnische EU-Parlamentsabgeordnete Eija-Riitta Korhola. Mit dieser Ausrede unterliegt sie gleich zwei Irrtümern: Zum einen geht es hier nicht um die Welt, sondern um Europa. Auf unserem Kontinent aber ist Deutsch durchaus weit verbreitet. Nicht nur, daß über 90 Millionen(!) Europäer Muttersprachler sind. Auch in nichtdeutschen Regionen ist die Sprache weit verbreitet. Zum anderen sollte es nicht darum gehen, lediglich eine neue Arbeitssprache einzuführen. Es muß darum gehen, allen(!) EU-Bürgern den informellen Zugang zur Politik zu ermöglichen. Dazu aber ist es notwendig, alles in jede Sprache zu übersetzen. Dem Verweis auf Kosten und Auswand braucht nur eines entgegengestellt werden: Wer eine so umfassende Union möchte, muß sie den Bürgern auch erklären – ohne Wenn und Aber!
Leider wird sich die Sprachvereinheitlichung fortsetzen und damit ein neues Stück in das Flickwerk Globalisierung eingefügt. Denn Vereinheitlichung raubt den Völkern ihre Identität und damit die Widerstandskraft gegen undemokratische (globale) Veränderungen.

Schlag zwei richtet sich gegen das Bollwerk Wirtschafts-Gemeinschaft. Im Fadenkreuz Brüssler Bürokraten sind hier die Sparkassen. Ihre staatliche Rückendeckung ist es, die vor allem den privaten Banken ein Dorn im Auge ist. Obwohl das Sparkassensystem eine gemeinnützige Aufgabe hat – nämlich die Bereitstellung von Kapital ohne Gewinndruck für Mittelstand und Kleinunternehmen, sprich den Bürgern -, soll es nach EU-Plänen abgeschafft werden. In Zeiten der Globalplayer auch im Finanzsektor passen die kommunalen Geldgeber nicht mehr das Traumgerüst von Europa als Wirtschaftsweltmacht.
Daß mit ihnen auch das stabilisierende Gemeinschaftssystem in Deutschland und zugleich ein Stückchen Individual-Kultur vernichtet werden, ist beabsichtigt. Denn eine Wirtschaftsgemeinschaft ohne eigene Kapitalquelle ist den globalen Ebenen schutzlos ausgeliefert.

Gegen die Volksgemeinschaft richtet sich der dritte Schlag. Im Grunde ist der Europäische Haftbefehl längst Diskussionsmaterial der Vergangenheit. Doch mit dem Polen-taz-Konflikt hat er erneut die Stufe kritischer Betrachtung erreicht.
Zur Erklärung: Präsident Lech Kaczynski war Gegenstand einer Satire in der taz. Dies ärgerte ihn sehr und ganz im Sinne rechts-totalitärer Gesinnung beschäftigt sich nun Polens Staatsanwaltschaft mit dem Thema. Einen solchen Akt demokratischer Meinungs- und Pressefreiheit kann man natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Nach Ansicht Kaczynskis ist die politische Klasse unantastbar. Da nun aber die Macher der taz in Deutschland leben, forderten einige Politiker die Beantragung der Auslieferung über den Europäischen Haftbefehl.
Das Grundgesetz schützt jeden Deutschen Staatsbürger vor Auslieferung an fremde Mächte. Hierin sind die letzten Rückstände des Staates als Schutzgemeinschaft gegen äußere Einflüsse zu erkennen. Innerhalb Europas aber sollen selbst diese abgeschafft werden. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob EU-Mitglieder fremde Mächte sind. Betrachtet man das undemokratische Denken und Handeln polnischer Politiker, muß man sie mit Ja beantworten. Besonders Polen ist noch lange nicht dort angekommen, wo andere Demokratien lange sind. Solange sich das nicht ändert, müssen wir unsere Volksgenossen schützen – auch gegen Europa.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

Ein Gedanke zu „Europäische Union: Garant für totale Globalisierung“

  1. Nachtrag:
    Eine gute Auflistung der Häufigkeit der jeweiligen Sprachen findet sich hier: link

    Demnach steht Deutsch mit 32% Verbreitung in Europa auf dem zweiten Platz; noch vor(!) Französisch mit 28%.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>