Ebuzzing auf dem Vormarsch: Erst Wikio, jetzt Trigami

Wer schon immer mal der Vernichtung von Marken beiwohnen wollte, erhält derzeit Gelegenheit dazu: Die Firma Ebuzzing schluckt nach Wikio nun auch Trigami. Vom ehemaligen Pionier auf dem Gebiet des Social Marketing bleibt offenbar nicht mehr viel übrig.

Ebuzzing überall

Nachdem gestern schon die in Deutschland relativ bekannte Wikio Group in Ebuzzing umbenannt wurde, traf es heute auch Trigami. In einer Pressemitteilung wird dieser Vorgang als logischer Schritt gepriesen:

Der neue Name soll zum Einen die Geschlossenheit der Gruppe nach außen transportieren und zum Anderen die Marktpräsenz stärken. „Aufgrund unserer Erfahrung und einem starken Partner sind wir die ideale Anlaufstelle für die Verbreitung von Markeninhalten im Web“, lässt sich Mitgründer Remo Uherek zitieren.

Wobei “Schwestergesellschaft” ein beschönigender Ausdruck ist. Zieht man die Ereignisse der vergangenen zwei Tage heran, handelt es sich bei Trigami um alles andere als ein eigenständiges Unternehmen auf Augenhöhe mit den Franzosen. Vielmehr expandieren diese nach Deutschland, indem sie sich das zuvor schweizerische Trigami kurzerhand einverleiben. Nicht umsonst wird in aktuellen Stellenausschreibungen angedeutet, dass “Französisch als Muttersprache von Vorteil” sei.

Ebuzzing auf dem Weg zum Big Player?

Über die Ziele des französischen Unternehmens hält man nicht hinter dem Berg:

Wie bereits im Mai angekündigt, hat Ebuzzing das Ziel zur führenden pan-europäischen Marketing-Plattform aufzusteigen. Dazu wurden in den letzten Monaten zusätzliche Stellen geschaffen, das junge Team gestärkt und ein weiteres Team in Deutschland gebildet. Nun sind die Voraussetzungen erfüllt um die großen Mediaagenturen im deutschsprachigen Raum als Partner für sich zu gewinnen.

Das hört sich zunächst mit Blick in den amerikanischen Raum nach einem willkommenen Gegengewicht zu den dort agierenden Schwergewichten an. Doch birgt die Expansion auch Gefahren. So kommentierte ein Trigami-Nutzer die Umfirmierung wie folgt:

Tja, schade. Das war´s mit dem einstmals sympathischen Trigami!

Größe ist zwar von Vorteil, wenn man “große” Kunden gewinnen möchte. Doch auf der anderen Seite schätzt die deutsche Blogsphäre nach wie vor den gemütlichen Umgang. Bei Trigami erhielt man bei Problemen in der Vergangenheit oft Antwort vom Chef persönlich. Ob dies in der Ebuzzing-Ära fortgesetzt werden kann, darf angezweifelt werden.

Blogsphäre reagiert gespalten

Während schon die Übernahme im Mai/Juni Bedenken ausgelöst hatte, stehen andere Blogger dem ganzen eher relaxt gegenüber. So wird die Markenproblematik durchaus wahr genommen. Letztendlich dürfte die Zukunft zeigen, wohin die reise geht. Alternativen zu Trigami respektive Ebuzzing gibt es jedenfalls genug.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

3 Gedanken zu „Ebuzzing auf dem Vormarsch: Erst Wikio, jetzt Trigami“

  1. ich fand´s bei trigami auch viel persönlicher. immer gleicher ansprechpartner und ein netter “kleiner haufen”. trotz migration von trigami nach ebuzzing musste ich einige daten neu eingeben. aktuelle ebuzzing aufträge leider null, da ich heute erst festgestellt habe, dass ich da noch nicht freigeschaltet war.

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