Die undemokratische Fratze zeigte sich in Köln

Interessante Bilder flimmern dieser Tage über die Bildschirme diverser Sender: Vermummte Links demonstrieren in Köln lautstark gegen Rechts -Extremisten und -Radikale. Interessant sind sie nicht nur wegen der Mutter aller Gegnerschaften, die sie zeigen. Auch ihre journalistische Komposition offenbart einen Teil jenes Problems, das Deutschland in den letzten Jahrzehnten kennzeichnet. Es ist ein Urkonflikt, der besonders in einem Stammland der Demokratie zu denken gibt.

Seit Anbeginn menschlicher Staatlichkeit geht es um den Kampf um Freiheit und Mitbestimmung. Stets keimte Widerstand Einzelner oder mehr oder weniger großer Gruppen gegen ihre Unterdrückung auf. Meistens stand eben jener Staat, den die Menschen Zivilisation nennen, gegen jene, die seine Grundlage sind.
In Deutschland ist der Staat als juristische Körperschaft durch und durch demokratisch. Nur selten vermag der Anspruch seiner Bürger auf Meinungsfreiheit ihn zu Unterdrückung verleiten – und wenn, haben Menschen ihre Hand im Spiel.

Der menschliche Faktor ist es, der die “Deutsche Krankheit” auch im 21. Jahrhundert offenbart. Und genau hier kommen wir auf die Fernsehbilder zurück.
Demokratie definiert sich über das Recht der Bürger auf politische Mitbestimmung – im Parlamentarismus freilich umstritten – und freie, unbeeinflußte Meinung (-säußerung). Handelt es sich um eine republikanische Demokratie, finden diese Errungenschaften ihre Schranken in der Gleichwertigkeit aller (!) Staatsangehöriger; jedem einzelnen stehen diese Rechte zu.
Die Bilder aus Köln zeigen, wie eine Gruppe eher linker Bürger lautstark und zuweilen unter Anwendung körperlicher Argumente nicht nur ihre Meinung kund tun, sondern ihren Gegnern zugleich deren Recht auf Meinungsäußerung – ja überhaupt auf eine gegensätzliche Ansicht – verwehren. Bestärkt werden sie zudem durch die geschickt einseitig wertende Berichterstattung
Da ist er also wieder, der Kampf Unterdrückter um ihre Freiheit. Hier und heute richtet er sich nicht gegen eine übermächtige Staatsgewalt oder diktatorische Herrscher. Es sind die Mitbürger und Medien – ironischerweise Wächter der Demokratie genannt -, die sich anmaßen, eine bestimmte Weltanschauung als unumstößliche Wahrheit zu verkünden und mit verbaler wie physischer Gewalt durchzusetzen.

Ohne Frage sind einige Ansichten rechter Politik eher fragwürdig. Auch die Problematik, ob denn eine Moschee mit 50m-Minarett gebaut werden darf, sollte nicht auf politischer Ebene sondern nach kulturell-architektonischen Gesichtpunkten kritisiert werden. Doch in einer Demokratie sind auch die extremsten Meinungen erlaubt und letztendlich wichtiger Bestandteil einer gesunden Mitbestimmungskultur. Solange sie nicht in radikalem Handeln enden, haben alle (!) Staatsangehörige dies zu achten. Andernfalls kann man eben nicht von Demokratie sprechen. Die Bilder aus Köln rechtfertigen also wieder die Frage der Fragen: Ist Deutschland eine Demokratie?

Blogsphäre
Selbstverständlich ist das Thema auch in der Blogsphäre ein Blockbuster ;-). “Normalzustand Rot” kritisiert ausführlich und gut argumentiert einen Redebeitrag der Autonomen Antifa. Etwas (rechts-) extremer sieht es “deislam” und spricht Moscheen die Funktion als Gotteshäuser ab. “Mardani News” stempelt den Anti-Islamisierungskongress als Lachnummer ab. Kyberlines Weblog gibt Einblick in die internationale Berichterstattung. Zu guter letzt werden auf “Neues und Bekanntes” Links zu Youtube-Videos veröffentlicht und danach kommentiert.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

3 Gedanken zu „Die undemokratische Fratze zeigte sich in Köln“

  1. habe den beitrag von normalzustandrot schon gelesen. auch wenn seine ansicht ein klein wenig extrem wirken mag, ist es keines falls untertrieben…

  2. Interessanter Beitrag. Was mir nur aufgefallen ist, dass scheinbar immer mehr Personen sich an derartigen oder ähnlichen Demonstrationszügen beteiligen. Ich lass mich überraschen wie es weitergeht, bin jedoch nachwievor der meinung, dass es uns hier wirklich sehr sehr gut geht!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>