Die Nazis kommen! Rückzug im Gefecht!

Das die Jusos bekannt sind für ihr rigides Vorgehen gegen alles rechte, ist bekannt. Wenn sie dabei in ihrem totalitären Treiben ab und zu die wirkliche Gefahr, nämlich gewaltbereite Neonazis, treffen, kann man sogar Zustimmung bekunden. Doch was sie sich kürzlich leisteten, läßt den gesunden Menschverstand an dem der Jungsozialisten zweifeln. Dabei paßt der Vorgang wie die Faust aufs Auge zum großen deutschen Problem: Eine aus den Ufern gelaufene Vergangenheitsbewältigung.

In einem Brief wurde die Quelle-AG darauf hingewiesen, daß die im Sortiment des Versandhändlers vertriebene Bekleidungsmarke Lonsdale allzu gerne von Nazis getragen würde. Letztere nutzen die Buchstabenkombination NSAD im Markennamen als Erkennungszeichen untereinander. Rechtlich kann man dem freilich nicht beikommen. Dazu fehlt es erstens am Alleinstehen und zweitens am P. Als Begründung mußte deshalb ein eher fadenscheiniges Argument herhalten: “Diese Symbole finden leider immer mehr Verbreitung in unserer Gesellschaft. […] Die Akzeptanz gegenüber menschen- und verfassungsfeindlichen Ansichten darf auf diesem Wege nicht gefördert werden.”, so die Juso-Sprecherin Jane Küwen. Unglaublicherweise reagierte der Quelle-Vorstand auf diesen “Hinweis” und wird die betreffende Marke zukünftig nicht mehr anbieten. Von solcher Willigkeit und politischer Unterordnung waren selbst die Jusos überrascht.

Nun mag man durchaus nachvollziehen können, daß Neonazis auch Identifikationssymbole entzogen werden müssen. Wer gegen Bürgerrechte und Demokratie steht, kann sich nicht auf deren Vorzüge berufen. Doch solche Gegenkraft selbst auf unbescholtene Dinge des alltäglichen Lebens anzuwenden, geht nun doch zu weit. Wohin soll das führen? Am Ende wandeln wir durch eine Welt voller Unsäglichkeiten und Errungenschaften wie Demokratie und Freiheit werden zu Verbotenen Zonen. Denn abgesehen davon, daß man den Nazis mit solcherlei Reaktion eine mächtige Waffe in die Hand gibt, kann doch der Rückzug von Kulturgütern nicht die richtige Maßnahme im Kampf gegen Gewalt und Demokratiefeindlichkeit sein.
Leider ist es aber genau dieser Weg, den Deutschland seit vielen Jahrzehnten geht. Nicht nur verbal, wie im aktuellen Fall. Auch juristisch. Bestes Beispiel hierfür ist das Verbot vieler germanischer Runen unter Strafandrohung. Diese ersten Zeugnisse deutscher Schriftkultur werden vor dem Hintergrund ihrer Vergewaltigung im Dritten Reich aus dem Wissensfundus des Volkes verbannt. Natürlich hängt davon nicht das Wohl eines Staates ab. Doch überlassen wir auf diese Weise unsere eigene Geschichte, die Wurzeln unserer Kultur, einigen wenigen Querulanten.
Anstatt dem Gegner die Stirn zu bieten, verkriechen wir uns hinter den Kanonen des Gesetzes und der Verurteilung. Ohne Not verzichten wir auf eine positive Besetzung der strittigen Symbole. Argumente und Gemeinschaftsanspruch sind längst nicht mehr die Waffen unserer Demokratie. Statt dessen liefern wir Stück um Stück unserer Identität aus und zerstören sie sogleich, indem wir sie verunglimpfen. Wenn wir unsere Errungenschaften in unserer Schwäche nicht halten können, soll sie keiner haben.
Das erinnert an eine alte Geschichte des Alten Testaments: Dem Salomonischen Richterspruch. Jene Mutter, die ihr Kind lieber einer Fremden überlassen hatte, um dessen Leben zu schonen, war die wahre Mutter. Analog dazu ist nur das Volk, welches seine Kultur mit Herz und Seele unter allen Unwägbarkeiten verteidigt, es wert, den Schritt in die Zukunft zu gehen.

Die Meldung bei SPIEGEL-Online: Link

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

Ein Gedanke zu „Die Nazis kommen! Rückzug im Gefecht!“

  1. Tja anstatt wirklich mal aufklärung zu treiben was begriffe wie Runen oder Arier wirft man unsinnige Nebelbomben. So wird es denn Nazis auch in Zukunft leicht sein solche Symbole in einer völlig verdrehten Bedeutung zu verwenden.
    Anstatt stellvertreter kriege gegen irgendwelche Markenklammotten zu führen könnte man doch mal wenigstens npd, dvu und reps verbieten. Insbesonders das diese Parteien auf breiter Front Jugendverbände im Osten haben ist eigentlich unerträglich.

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