Deutschland im Morgengrauen der Zeitenwende

Wohin geht Deutschland? Werden wir weiterhin den Weg des Totalitarismus des Dritten Reichs und der Bundesrepublik gehen? Oder lernen wir aus unserer uralten Geschichte?

Als vor mehr als 3000 Jahren sich langsam die germanische Kultur von ihren indogermanischen Wurzeln löste, trat die Deutsche Geschichte in ihr erstes Zeitalter ein. In ihm entstanden Traditionen, Eigenheiten und Werte, die bis heute fortdauern und somit auch den Charakter der Deutschen als Volk bestimmen. Auf dem Gebiet der Staatsentwicklung muß dabei der unbezwingbare Freiheits- und Demokratiesinn erwähnt werden. Selbst das Römische Reich vermochte ihn nicht zu brechen und ging letztendlich an ihm zugrunde. Daneben aber existierte eine noch unfertige Betrachtungsweise der Gerechtigkeit bei den germanischen Deutschen. Willkür und Gefolgschaftsdenken breiteten sich aus und wurden in das Christliche Zeitalter zwischen dem 4 und 9. Jahrhundert übernommen.
Das 9. Jahrhundert kann man als endgültiges Ende des Germanischen Zeitalters nehmen. Der letzte freie Stamm, die Sachsen, verlor seine Freiheit an das Frankenreich und der Glaube wurde ein christlicher – wenn auch mit bis heute stark germanischen Zügen. Jedoch darf diese Zeitenwende nicht in einem negativen Licht nach dem Motto, es sei eine ganze Kultur vernichtet worden, gesehen werden. Vielmehr handelte es sich um einen 400 Jahre dauernden Wandel, bei dem das Volk stets das gleiche blieb. Frühere Ansichten modifizierten sich. Gerechtigkeit und Menschengüte, gemeinhin als Humanismus bezeichnet, hielten Einzug. Zugleich aber entstand ein gefestigtes Standesdenken mit dogmatischen Meinungshoheiten. Was die Kirche glaubte, hatten alle zu meinen.
Mit der Reformation wurde die Abenddämmerung des zweiten Zeitalters ersichtlich. Die alten Dogmen der katholischen Kirche bröckelten und wichen neuem, nun ausgereifterem, Freiheitsdenken. Was für die Sachsen der grausame Krieg gegen die Franken Karls des Großen, war für ihre Nachkommen, die christlichen Deutschen, der Erste Weltkrieg. Er führte die letzten Institutionen kirchlicher Macht in den Untergang. An seinem Ende stand eine Zeit der Wirren. Wohin würde das Deutsche Volk diesmal gehen. Den Weg der Demokratie mit der Weimarer Republik oder den in den Totalitarismus mit dem Dritten Reich?

Beide Regime gingen unter und konnten die dringende Frage nach der Zukunft nicht beantworten. Bis heute hält ein Kampf zwischen verschiedenen Ansichten an. Die einen bedienen sich der positiven Errungenschaften aus den beiden voran gegangenen Zeitaltern: Freiheit, Demokratie, Menschengüte und Gerechtigkeit. Die anderen aber berufen sich auf Gefolgschaft, Dogmatismus und Standesaufteilung.
Letztere liegen, wie es scheint, im ewigen Ringen um die Geschichte vorn. Sie teilen das Volk in Stände ein und nennen es Klassen. Die Macht kommt Eliten zu, während der einzelne Bürger seine Existenzberechtigung allein in Arbeit, Konsum und ewigem Wettbewerb zu finden hat. Dabei berufen sie sich auf eine pervertierte Kultur des Parteidenkens. Ihre Gefolgschaft, die Parteimitglieder, hält sie wie zu germanischer Zeit an der Spitze; in dem Glauben, so an etwas großem mitzuwirken und an der Macht teilzuhaben. Abgrenzung der Bürger und Verlustangst der verschiedenen Gefolgschaften (Parteien) haben zum Dogmatismus geführt. Angesichts der Tatsache, daß ungesteuerte Meinungskultur zur Egalität der Macht führt, verbietet das herrschende Regime bestimmte Themen und Worte, verbannt sie aus dem politischen Diskurs. Man nennt dies auch Totalitarismus. Das einzige, was die Bundesrepublikanische Gesellschaft vom Faschismus unterscheidet, ist die Art der Sanktionen: Nicht Gewalt, sondern sozialer Zwang halten das System aufrecht.
Interessanterweise halten sich die verschiedenen Vertreter des Totalitären ebendiesen regelmäßig vor. Neonazis wie Bundestagsparteien bezichtigen sich wechselseitig der undemokratischen Praxis. So bleibt die Hoffnung, daß sie sich im Gegeneinander aufreiben und schlußendlich die wirklich demokratischen Kräfte obsiegen. Denn die Antwort auf die Erfahrungen, Werte und Errungenschaften der vergangenen Jahrtausende kann nur ein Demokratisches Zeitalter sein.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

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