Der Weg zur Republik

Auch wenn unser Staat den Begriff “Republik” im Namen trägt, konnte man bisher nicht viel von Inhaltserfüllung dessen bemerken. Denn Republik verpflichtet doch eigentlich zu Öffentlichkeit allen Politischen.

Nun will ich natürlich nicht behaupten, Demokratie hätte bisher nur in stillen Hinterstübchen stattgefunden; unter Ausschluß der Bevölkerung (wobei der Ausschußparlamentarismus sich beängstigend mehrt). Zu öffentlicher Politik gehört meines Erachtens aber auch der Dialog. Dieser fand aus physikalischen Gründen bisher eher einseitig statt: Allenfalls konnten die Bürger ihren Politikern Fragen stellen, worauf diese dann mehr oder weniger befriedigend antworteten.

Mit dem Internet haben wir nun die Chance, Republik wirklich zu leben. In Blogs und Foren können z.B. die Bundestagsabgeordneten ihre Ideen und Meinungen darbringen, um sie anschließend vom Bürger kommentieren und bewerten zu lassen.
Umgekehrt ist es dem einzelnen Bürger nun möglich, politische Meinungen und Forderungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies stellt das bisherige Informationsmonopol der Medien sowohl in Frage, eröffnet ihnen zugleich aber auch neue Quellen.
So funktioniert Demokratie!

Bleibt nur zu hoffen, daß deutsche Politiker Diskussionsbereitschaft und vor allem Einsichtfähigkeit besitzen. Andernfalls verkommt die “Internetdemokratie” zum billigen Rednerpult- und Bierzeltersatz.

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