Das Ende des Kostenlos-Web naht

Wenn man das Internet mit nur einem Wort charakterisieren wollte, läge man mit “Kostenlos” gar nicht mal so falsch. Natürlich gibt es andere Vorteile, die dem Web eher gerecht werden würden. Doch der allgegenwärtige, stets unentgeltliche und zumeist freie Zugang zu Informationen ist ein wichtiger Schlüssel des Web-Zeitalters. Damit aber könnte bald Schluss sein.

Presse frohlockt vorsichtig

Spiegel Online: Die “Times” traut sich (noch nicht so richtig)
“Wie groß der Schmerz am Ende ausfällt, ist genau die Frage, auf deren Antwort die Medienbranche weltweit wartet. An Rupert Murdochs Experiment am lebenden Zeitungsobjekt mag sich entscheiden, ob es international wirklich zu einem Trend zum Bezahlzugang im Web kommt.”

NZZ: Scharf beobachtete Vorreiterrolle
Experimente hin oder her, die Verleger sind dringend auf zusätzliche Einnahmen aus dem Online-Geschäft angewiesen, denn die Print-Werbeeinnahmen sinken weiterhin oder stagnieren auf tiefem Niveau.

Die Times bewertet Nachrichten neu

Damit bringt das britische Qualitätsblatt eine Entwicklung ins Rollen, die längst Überfällig ist. Journalistisch erarbeitete Informationen – also solche mit einem exklusiven Nutzen – erhalten endlich auch im Web einen Wert. Ansprüche auf Mehrwert zum Nulltarif dürften bald obsolet werden. Wer die Leistung anderer konsumiert, muss nun auch im Internet dafür bezahlen – und damit deren Arbeitsleistung Anerkennung zukommen lassen.

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

3 Gedanken zu „Das Ende des Kostenlos-Web naht“

  1. Jeder, der sich dagegen wehrt, für investigativen Journalismus zu bezahlen, trägt Mitschuld am starken Qualitätsverlust bei den Medien. Die Kostenlos-mentalität wirkt sich auch auf Print unf Fernsehen aus, denn hier wird der Online-Auftritt subventioniert.

  2. Viele Menschen produzieren sehr viel Qualität für das Internet, und viele davon machen das sicherlich nicht aus noblen Motiven, sondern weil man im Internet einen Haufen Schotter verdienen kann.

    Seiten wie Spiegel Online haben relativ nah an einer Milliarde Page Impressions im Monat. Die Seiten sind zugekleistert mit Werbung, Bannern, Versicherungsrechnern, Branding Kampagnen und was weiss ich alles.

    Also der Spiegel könnte sicher auch seinen Online Journalisten ordentlich etwas dafür bezahlen..

    Im Internet hakt es aber auch seit 15 Jahren mit einfachen Bezahlungsformen ohne Hemmschwellen etc.. Da verändert der Mobile Bereich sowieso schon recht viel, weil die Leute “endlich” auch kleine Summen Geld mit Freude ausgeben, das ist sicher auch für die Medien ein wichtiger Schritt zu ordentlichen Bezahlangeboten.

  3. Ich finde es wird eig. anders dargestellt, als es in Wirklichkeit ist. Das bald “Wissen” Geld kosten kann, hängt wohl eher damit zusammen, dass richtige Zeitungen ihren Wert verlieren und man sie online beispielsweise auf dem iPad liest. Das Internet wird meiner Meinung nach immer eine unendliche Wissensgrundlage für alle sein. Schließlich kann man auch in Blogs einiges lernen und erfahren.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>