Blog-Marketing – Mit Popularität und Reputation zum SEO-Erfolg

Die Zeichen stehen auf Sturm in der SEO-Branche. Auslöser ist – wie soll es auch anders sein – die Suchmaschine Google. Änderungen an ihrem Ranking-Algorithmus sorgen regelmäßig für Schweißperlen auf der Stirn so manchen SEOs. Wohin die Reise Googles geht, deutet sich mehr und mehr an: Klassisches SEO (Suchmaschinenoptimierung) wird zunehmend in den Hintergrund gedrängt, teilweise sogar abgestraft. Grund genug, sich nach Alternativen umzuschauen.

Natürlichkeit statt Schema F

Leichter gesagt, als getan – jedenfalls für viele SEOs. Ihnen fällt es seltsam schwer, von ihren lieb gewonnen Mustern Abstand zu nehmen und neue Wege im Online- bzw. Suchmaschinenmarketing zu gehen. Linkaufbau über Netzwerke, in Artikelverzeichnissen oder Katalogen; all diese Methoden basierten auf der Annahme, mit geradezu mathematisch-wissenschaftlichem Vorgehen das Ranking Googles beeinflussen zu können. Teils wurden gar Formeln aufgestellt, die, ähnlich einer Weltformel, Googles Algorithmus abbilden sollten. Im Ergebnis standen Betriebsanleitungen zum “SEO für Jedermann”.

Tatsächlich funktionierte die Methode Schema F ein Zeitlang ganz gut. Was auch kein Wunder ist, basiert der Ranking-Algorithmus doch selbst auf Mathematik. Doch mit den neuerlichen Google-Updates Pinguin und Panda hat sich alles verändert (->tagseoblog.de). Plötzlich wirbeln die Suchergebnisse bei Google durcheinander, hart umkämpfte Top-Plätze im Ranking gehen über Nacht verloren. Und diese Entwicklung ist noch lange nicht vorbei. Es sieht eher nach einem Dauerzustand aus.

Dabei muten Zorn und Entsetzen vieler SEOs eher grotesk an. Von Seiten Googles wurde die vergangenen Jahre immer wieder angemahnt, dass unnatürlicher Linkaufbau über (m.M.n. wertlose) Blog-Netzwerke, Artikelverzeichnisse und dergleichen unerwünscht sei und als vorsätzliche Manipulation des Rankings gesehen wird.

Natürlichkeit ist das, was Google will. Was seinerseits verständlich ist. Immerhin will die Suchmaschine Ergebnisse liefern, die den Ansprüchen der Suchenden entsprechen, und nicht manipulierte Listen ausspucken, für deren Ranking das Können von SEOs ausschlaggebend ist. Wie aber stellt Google das an?

Social Media als Indikator für Natürlichkeit

Um Natürlichkeit zu simulieren, muss man sich fragen, wie “Publizismus” in der menschlichen Gesellschaft funktioniert. Also die berühmte Mund-zu-Mund-Propaganda. Wer sich diese Frage stellt, bekommt im Grunde eine simple Antwort, die wir fast jeden Tag leben: Informationen verbreiten sich immer dann schnell und nachhaltig, wenn ihre Transporteure populär (also von gewisser Bekanntheit) sind und eine gewisse Reputation (d.i. Ansehen) besitzen. So wird eine Nachricht von anderen häufiger verbreitet, wenn sie ursprünglich von einem allseits bekannten Menschen stammen. Besitzt er zudem eine gewisse Reputation, fließt auch das teils unbewusst in die Art und Weise ein, wie die Nachricht aufgenommen wird; also welcher wertende Unterton ihr beigefügt wird.

Nun kann Google natürlich schwerlich diesen physischen Publizismus abbilden. Analog zur “realen Welt” haben sich im Internet jedoch die Sozialen Medien entwickelt. Sie sind es, die in den Algorithmus einfließen. Schon lange trifft dies auf die Blogsphäre oder Dienste wie Twitter zu. Mit Google+ hat die Suchmaschine zudem ihren Schritt hin zu selbst erhobenen Sozialen Daten gemacht.

SEO-Strategie Popularität

Was schimpfen nicht die vielen SEOs über den Linkgeiz in Deutschland. Niemand wolle ihre Projekte verlinken oder (z.B. bei Facebook) empfehlen. Dabei sind die Adressaten der Kritik die falschen. Weder Bloggern noch Facebook-Usern ist es zuzuschreiben, dass hierzulande kaum freiwillig verlinkt wird. Schuld daran hat die SEO Branche selbst. Denn bevor man das Verhalten anderer kritisiert muss man sich selbst eine Frage stellen: Warum sollten die Internetnutzer eigentlich ausgerechnet mich verlinken?

Erinnern wir uns an das, was ich weiter oben geschrieben habe: Informationen verbreiten sich gerade dann besonders effektiv, wenn ihr Urheber bzw. Inhalt populär ist. Ergo sollte jedem SEO daran gelegen sein, Popularität aufzubauen. Nicht, weil das direkt Einfluss auf das Ranking hat. Das wäre SEO-Denken der alten Schule. Vielmehr, weil mit Popularität die Bereitschaft von Bloggern steigt, das jeweilige Webprojekt freiwillig zu verlinken. Und das hat wiederum jenen direkten Effekt auf Googles Algorithmus, dem SEOs all ihr Walten widmen.

Popularität kann man nur aufbauen, indem das eigene Projekt in Sozialen Medien beworben wird. Neben Facebook und Co. zählen dazu vor allem Blogs. Sie potenzieren den Gewinn an Popularität: Über die sozialen Kontakte des Bloggers (siehe dazu auch weiter unten “Reputation”). Zudem ist natürlich jeder Link in einem Blog auch gleichzeitig relevant für das Ranking.

Blog-Marketing stellt effektivsten und im Vergleich zu Werbung in traditionellen Pressetiteln günstigsten Weg dar, Popularität aufzubauen.

Wie bringt man eigene Beiträge auf Blogs unter?

Dieser Teil des Blog-Marketings ist vermutlich der schwerste. Zumindest, wenn man als SEO auf jeden Cent achten muss. Auf vielen Blogs gibt es die Möglichkeit, Gastartikel zu veröffentlichen. Gleichwohl scheitert es hier meistens an der eher geringen inhaltlichen Qualität, die viele SEOs naturgemäß zu liefern im Stande sind; mit gespinnten Texten sollte man jedenfalls gar nicht erst anfragen.

Bezahlte Blog-Posts sind hier probates Mittel. Zumal man dann auch sicher gehen kann, das eigene Webprojekt in einem Artikel bekannt zu machen, der auch wirklich zu dem jeweiligen Blog passt und von Google als natürlich anerkannt wird.

Reputation und der Google-Algorithmus

Wie oben geschrieben, hat auch die Reputation des Publizierenden Einfluss darauf, wie Informationen aufgenommen und weiter getragen werden (siehe Popularität). Unklar ist jedoch, ob und wie Google diesen Aspekt in seinen Algorithmus eingebaut hat. Dass es so ist oder zumindest die Entwicklung in diese Richtung geht, lassen einige Neuerungen und Anmerkungen seitens des Unternehmens vermuten (->omaxis.de). Allen voran die Anzeige von Autoren-Fotos neben Suchergebnissen (->onlinemarketing.de). Dieses auf den ersten Blick rein optisch anmutende Feature ist tatsächlich eine Verknüpfung von Blog-Artikeln mit dem Google+ Account des Autors. Google kann auf diesem Weg recht einfach feststellen, wie oft ein Blogger zu bestimmten Themen schreibt, wie gut das andere finden und welche Quantität und Qualität sein Google+ Netzwerk (Kreise) hat. Hinzu kommen die Daten, die die Suchmaschine über den Blog an sich hat: Verlinkung durch andere Blogs, Themenrelevanz, Qualität und Quantität der Texte u.s.w. . Alles Indikatoren für die Reputation des Bloggers.

Reputation kann man auf zweierlei Weise nutzen: Entweder jene anderer für sich in Anspruch nehmen oder eigene aufbauen.

Reputation eines Bloggers nutzen

Neben dem Effekt der Reputation auf den Aufbau der Popularität zählt hierzu natürlich der Wert von Beiträgen eines bestimmten Bloggers für Googles Algorithmus. Davon profitiert letztendlich auch der Link auf das eigene Webprojekt. Aus Googles Sicht: “Dieser Blogger hat eine hohe Reputation. Links, die er setzt, sind von höherer Qualität.”.

Schwierig ist es, die Reputation eines Bloggers in Bezug auf den Google-Algorithmus herauszufinden. Als SEO hat man vermutlich kaum Einblick in alle Daten, die Google für eine Bewertung heranzieht; diese fallen unter Datenschutz. Hier muss man sich schlicht und einfach auf das Bauchgefühl verlassen. Allenfalls bekannte Kennzahlen des jeweiligen Blogs bieten ergänzendes Zahlenmaterial.

Eigene Reputation aufbauen/verbessern

Der Königsweg besteht natürlich darin, sowohl fremde Reputation zu nutzen als auch eigene aufzubauen. Aus den vorangegangenen Ausführungen geht im Grund schon hervor, wie man diese aufbauen kann. Einerseits natürlich gegenüber der Leserschaft mit guten Artikel zu bestimmten Themen. In Betracht dafür kommen sowohl Gastartikel als auch eigene Blogs – die Mischung machts. Dass hier der Mehrwert im Vordergrund steht, sollte jedem klar sein.

Zum anderen gegenüber Google. Hier spielt Google+ eine wichtige Rolle. Zwar bei Fragen nach dem Einfluss des Sozialen Netzwerkes auf das aktuelle Ranking seitens Google noch abgewunken. Doch einfach nur zum Bespaßen der Leute hat der Suchmaschinenriese das Angebot sicher nicht eingeführt. Aufgabe hier ist es, ein funktionierendes, auf das jeweilige Thema abgestimmtes Netzwerk aufzubauen.

Zusammenfassung Reputation und Popularität

Im Fazit lassen sich folgende Thesen und Erkenntnisse herausheben:

  • Popularität bestimmt die Häufigkeit freiwilliger Verlinkung des eigenen Projektes
  • Popularität lässt sich über Soziale Medien, insbesondere Blogs, kostengünstig aufbauen (Blog-Marketing)
  • Höhere Reputation der Blog-Partner sorgt auch für mehr Popularität
  • Reputation könnte auch als Rankingfaktor in den Google-Algorithmus einfließen.
  • Aufgabe eines SEOs sollte es sein, andere unaufdringlich dazu zu bringen, freiwillig Links zu setzen

Blogosphäre

Googles Klout heißt Author Rank, und der könnte schon sehr bald in die Suchergebnisse einfließen (basicthinking.de). Klout, der bekannteste Dienst zur Reputationsmessung, verändert den Algorithmus und möchte mit seinem Scoring nun stärker abbilden, wie viel Einfluss Menschen außerhalb der Netzwelt besitzen (netzwertig.com). Demnach sollen künftig Artikel, die besonders aktiven Google+-Nutzern zugewiesen, in den Suchergebnissen bevorzugt behandelt werden; dabei […] spielen wohl einige Faktoren eine wichtige Rolle, wie etwa:… (netzpiloten.de)

Veröffentlicht von

Thomas C. Stahl

Herausgeber von tiuz.de. Motto: Die einzige legitime Politik in einer Demokratie ist die des Volkes! Homepage

9 Gedanken zu „Blog-Marketing – Mit Popularität und Reputation zum SEO-Erfolg“

  1. Genau das ist der “soziale Kern”, den Google immer wieder betont. Die Qualität von Webinhalten muss sehr hoch sein. Denn das ist für Social Media User, Blogger usw… der Ansporn, die jeweiligen Inhalte zu verlinken und zu teilen. Was häufig geteilt wird und eine positive Reputation hat, gilt als gute Qualität. Wie sich die klassischen SEO Faktoren entwickeln werden, bleibt dennoch spannend.

  2. Letztendlich beruht das Prinzip der Verlinkung ja auch auf einer Gegenleistung. Wer guten Content liefert, bekommt dafür im Austausch einen Link.
    Die letzten Google Updates und teilweise äußerst unreflektierte Analysen der SEO-Szene haben aber sicher dazu geführt, dass Webmaster und Webseitenbetreiber generell sehr verunsichert sind und sich gar nicht mehr so recht trauen, zu verlinken oder selbst Linkbuilding-Maßnahmen umzusetzen.

    Gastartikel sind sicherlich ein probates Mittel, um hier Trust aufzubauen. Auch der persönliche Author Rank wird hier zukünftig als Rankingfaktor zunehmend wichtiger.

    Ohne Blogposts geht ohnehin fast nichts mehr beim LB. Hier kann ich nur dazu raten, auf seriöse Blogs und Anbieter (z.B. teliad) zu setzen, die entsprechende Angebotsseiten auch manuell überprüfen.

  3. Der Tipp mit dem Gastartikel ist sicherlich ein gutes Mittel – wenngleich ich bessere Erfolge mit Interviews habe. Der Vorteil eines solchen Interviews ist, dass hier gleich mehrere auf das Interview verlinken und wenn der Protagonist auch noch einen gewissen Bekanntheitsgrad hat wirkt sich das auch in den Tagen und Wochen drauf wie eine kleine Lawine aus.

  4. Ich finde es auf jeden Fall sehr gut, dass Google versucht Webseiten mit qualitativ hochwertigerem Inhalt nach vorne zu stufen. Bisher habe ich noch überhaupt keine Erfahrungen mit Interviews oder Gastartikeln gemacht, da ich dies bisher für zu heikel befand. Vielmehr habe ich wirklich einzigartigen Content in den Vordergrund gestellt, was ebenfalls zu Erfolg geführt hat.

  5. Der Nutzer nimmt immer mehr Einfluss auf das Ranking. Wenn man guten Inhalt oder gute Infos bietet, dann verlinken Leute das gerne weiter, sei es nur in G+, Facebook und co und das wird immer mehr mit einfließen.

  6. Die meisten, die seite dem Update motzen, sind die, die es mit dem unnatürlichen Linkaufbau übertrieben haben. Wer guten Content und Seiten hatte und natürliche Links war so gut wie nicht betroffen und so sollte man es auch weiter machen.

  7. So ist das Leben, man muss sich eben immer wieder an neue Gegebenheiten gewöhnen. Und in diesem Falle Hilft da wohl kein Motzen, Google zieht es einfach durch, wer nicht nachzieht hat halt pech gehabt.

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